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Aktuelles Datum und Uhrzeit: 20 Mai 2013 04:15 |
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nacktkultur

Anmeldungsdatum: 20.08.2006
Beiträge: 180

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Re: Eduard Fankhauser
| Oscar hat folgendes geschrieben:: | | Wer kennt den Mann und eventuelle Gerichtsurteile, -verläufe? |
Persönlich habe ich Edi Fankhauser nicht gekannt. Aber etwas mehr als in dem erwähnten Wikipedia-Eintrag findest Du hier und hier. Dass ein Naturistengelände wie Fankhausers "die neue zeit" nicht vor Unfrieden gefeit ist, habe ich schon in einem Blog-Beitrag im vergangenen September erwähnt. Der Zoff wurde nicht erst bei fkk-freun.de erfunden...
Bester Grüße
Albert
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Puistola

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Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 4145
Wohnort: Nicht weit vom Alpstein

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Re: Eduard Fankhauser
| Oscar hat folgendes geschrieben:: | | Zitat: | | Zwischen 1926 und 1944 kämpfte er mit zwölf Prozessen – teils bis vor das Schweizerische Bundesgericht – erfolgreich für das Recht auf Nacktheit und Toleranz für die Naturistenbewegung. |
Wer kennt den Mann und eventuelle Gerichtsurteile, -verläufe? |
Du fragst nach einem charismatischen Pionier!
Fankhauser kam aus der Abstinenzlerbewegung. Da war eine Hinwendung zum Nudismus naheliegend, das Konzept des rigiden Naturismus als Verbindung der beiden einmal mehr bestätigt. Er gründete die Naturistenbewegung in der Schweiz nicht nur, sondern prägte sie dreiviertel Jahrhunderte massgeblich, ja hatte Verband, Verein und Gelände unter seiner Kontrolle, auch wenn er die Institutionen formal später nicht mehr selbst leitete. Diese Kontinuität ohne politischen Brüche, wie sie andernorts stattfanden, hat es ihm ermöglicht, die Verbindung von Enthaltsamkeit und Nacktheit fast bis ans Ende des 20. Jhdt. durchzuretten.
Für Biographisches siehe Projekt Lebensreform Schweiz:
http://www.lebensreform.ch/cms/eduard-fankhauser
Edi Fankhauser im Bild links
Quelle: ons, aus welchem Heft die das abgekupfert haben, weiss ich nicht.
Konkret:
Seine zähe Verteidigung der Sache als Verleger und vor Gerichten quer durchs Land verdanken wir in der Schweiz die allgemeine Anerkennnung des Naturismus als gültige Lebensform - wenn auch begrenzt auf die "Gelände", später auch "FKK"-Ferien und den Privatraum.
Höhepunkt der juristischen Arbeit war die klare Trennung des Nacktseins vom zwingend sexuellen durch das Bundes-Kassationsgericht hält 1948 fest:
| Zitat: | | Dass mit den Zusammenkünften des 'Lichtbundes' allgemein ein anderer Zweck verfolgt worden sei, als sich im natürlichen Kleide unter Gleichgesinnten an Licht und Sonne zu bewegen, steht nicht fest, wie denn auch diese Zusammenkünfte, an denen auch Kinder teilnahmen, von den Behörden nicht verboten wurden. Das Verhalten des 'Lichtbundes' mag von Andersdenkenden als unschicklich bezeichnet werden, ist aber, weil es unter Gleichgesinnten erfolgt und bei diesen nicht notwendigerweise geschlechtliche Lustgefühle erweckt oder befriedigt, an sich nicht unzüchtig im Sinne des Gesetzes. |
(Das unschickliche "Nackt" konnte bei Gericht nicht gesagt werden, stattdessen euphemistisch "im natürlichen Kleide". Darauf berufe ich mich das nächste Mal vor der Poli: Nacktheit als Kleid! mit höchstrichterlichem Segen! Ganz wie bei Euch heute noch "Freikörper")
Fankhauser hatte die Gelegenheit, in Thielle am Neuenburgersee ein Gelände mit dem Mücken teilen zu können, auf dem ein grosses Camp entstand. Dieses hat er in die Stiftung "Die neue Zeit" eingebracht, mit der Ziel, das Gelände dem Naturismus alter Prägung zu erhalten. Auch den INF hat er schon bei der Gründung stark in diese Richtung geprägt.
Konsumgesellschaft und asketische Abstinenz vertragen sich aber schlecht.
Fankhausers Erbe wird u.a. durch den Deutschen Kurt Neumann mit viel Liebe und wenig Ideologie auf dem Platz vertreten, von der Stiftungsleitung aber mit Füssen getreten, siehe "Beobachter" 23/07 hier:
http://www.beobachter.ch/artikelfree.asp?AssetID=12141
Mit Fankhausers moralischem Rigorismus kann ich wenig anfangen, aber seine Pionierleistung, die Nacktheit durch alle Instanzen hindurch zu verteidigen ist eine grossartige Leistung. Duckmäusertum war seine Sache nicht.
Wie andernorts auch, bedarf die organisierte Nacktheit in der Schweiz einer dringenden Reform. Fankhauser hätte das Geschehen auf seinem Platz scharf missbilligt. Nacktheit ausserhalb der Gelände war kein Anliegen Fankhausers, doch stelle ich mir vor, er hätte die Idee unterstützt, sofern denn keine Servelats und Landjäger im Picknickrucksack steckten.
Am Tor zum Gelände "Die neue Zeit" in Thielle bin ich im Sommer 1979 nackig auf dem Velo aufgetaucht und begehrte Einlass. Von einer herbeigerufenen alten Dame, die den Respekt der Umstehenden genoss, wurde ich unter heftigen Beschimpfungen fortgejagt. War das eine der beiden Mme. Fankhauser?
Füür heute mal ganz eidgenössisch
Puistola
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nacktkultur

Anmeldungsdatum: 20.08.2006
Beiträge: 180

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Re: Edi, wenn Du wüsstest in Deinem Grab ...
Keine Ursache.
| Zitat: | | Der geneigte Leser kann nach der Lektüre vielleicht meine Skepsis der organisierten Äffkackah gegenüber nachvollziehen. Kaum sind die Pioniere tot, schläft der rest des Geistes ein, und wer ihn noch verkörpert wird rausgeekelt und der Ungeist feiert fröhliche Urstände. |
Sehe ich genauso. Unsere persönliche Erfahrung mit dem ONS ist zweigeteilt: Die Herzlichkeit der persönlichen Begegnungen mit den Bewohnern auf dem Gelände hat uns begeistert. Aber die "offizielle Seite" des ONS hat uns mehr als einmal zum Kopfschütteln veranlaßt. Es fängt mit dem Antragsformular zum Beitritt zum ONS an. Darin wird z.B. nach "entstellenden Körpermerkmalen" gefragt...
Beste Grüße
Albert
Ach ja, und zur Ergänzung noch ein NZZ-Folio-Artikel von 1974: Interview Was ist der tiefere Sinn des Nacktseins? - ein Gespräch mit Adolf Rebsamen aus dem Jahre 1994.
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Puistola

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Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 4145
Wohnort: Nicht weit vom Alpstein

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FKK in der Schweiz: Dauerwurst und Bierdose?
| Zitat: | Aber sind nicht in der Sauna sowieso alle nackt?
Wir veranstalten auch Wanderungen und Skiweekends . . .
. . . nackt?
. . . natürlich nicht! Da pflegen wir einfach das gesellige Beisammensein. Nackt sind wir nur beim Baden und Sonnenbaden!
Wenn fast alles wegen der reinen Geselligkeit ist, wo liegt denn dann noch die Existenzberechtigung der Naturistenvereine?
Ja, das muss man sich vielleicht schon fragen.
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Einfach köstlich: Nackt? ... Natürlich nicht!
Ja, da muss man sich vielleicht schon fragen, ob es die braucht. Auch 14 Jahre später noch.
| Zitat: | | Dr. Bircher: «Die heutige Menschheit ist sich bewusst, dass sie selbst der gefesselte Prometheus ist, an den Felsen geschmiedet, die Eingeweide vom Geier bedroht. Die Entfesselung wird das grosse Werk sein, ob es je gelingen wird? Die Naturistenbewegung setzt jedenfalls den Hebel am richtigen Punkt an.» |
Ja, der gute Dr. Bircher, grosse Worte, dann hat er das Müesli erfunden.
Und der Rebsamen setzt müde den schwabbeligen Bauch gegen ein weich gewordenes, ganz kurzes Hebelchen an. Entfesselt wird da gar nichts, ausser die versteckte Dauerwurst samt Bierdose im Wohnwagen. Edi Fankhauser hat sich das nicht so vorgestellt.
Seufz, war nix mit Prometheus
Puistola
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nacktkultur

Anmeldungsdatum: 20.08.2006
Beiträge: 180

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Re: FKK in der Schweiz: Dauerwurst und Bierdose?
| Puistola hat folgendes geschrieben:: | Ja, der gute Dr. Bircher, grosse Worte, dann hat er das Müesli erfunden.
Und der Rebsamen setzt müde den schwabbeligen Bauch gegen ein weich gewordenes, ganz kurzes Hebelchen an. Entfesselt wird da gar nichts, ausser die versteckte Dauerwurst samt Bierdose im Wohnwagen. Edi Fankhauser hat sich das nicht so vorgestellt. |
Ja, das kannst Du laut sagen. So fällt alles dem Pragmatismus zum Opfer. Die normative Kraft des Faktischen bei den Gartenzwergen, sozusagen...- Beim DFK ist das nicht anders. Der Fokus liegt auf den (teilweise textilen) Sportveranstalungen, um die Fördergelder zu ergattern.
- Das Reisebüro Miramare, welches dem DFK gehört, bietet in seinem Katalog Swingerreisen nach Übersee an.
- Es war Kaiser Vespasian, der mit den Worten "non olet" die Bedürfnisanstalten besteuert hat.
So what?
Beste Grüße
Albert
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Puistola

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Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 4145
Wohnort: Nicht weit vom Alpstein

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Wieder ein Prozess für Edi Fankhausers Werk gewonnen!
Gerade heute habe ich von dem Gelände des Lichtbundes bzw. ONS in Thielle die folgende Nachricht bekommen, die bedeutet, dass Thielle nun doch im Sinne von Edi Fankhauser weiterbetrieben werden kann:
| Zitat: | Liebe Freunde von Horst
Pfingsten hat den Natursmus reich beschenkt.
Die vom Bundesverwaltungsgericht abberufenen Stiftungsräte haben auf dem
Gelände in Thielle vor versammelter Naturistengemeinde erklärt, dass sie
das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes nicht weiterziehen werden und
somit auf ihre Funktion als Stiftungsräte verzichten.
Per 1. Juni wird es also einen fünfköpfigen Stiftungsrat mit drei neuen
Mitglieder aus dem früheren Ersatzstiftungsrat geben.
An der Mitgliederversammlung der ONS haben eine Stunde später die
umstrittenen Vorstandsmitglieder der ihren Rücktritt erklärt, so dass
eine Abberufung nicht mehr nötig war. Die verbleibenden Mitglieder Alice
Haller und Andrea Graselli geniessen das Vertrauen der Vereinsmehrheit.
Der neu gewählte ONS-Vorstand setzt sich zusammen aus: Alice Haller
(Präsidentin), Orla Risse (Vizepräsidentin), Antia Balmer, Andrea
Graselli, Philipp Gottschalk, George Rosenfeld und Markus Nef. Der neue
Vorstand geniesst breite Unterstützung durch die ONS-Mitglieder.
Der Vorstand hat an seiner ersten Sitzung einstimmig die im letzten Jahr
ausgeschlossenen Mitglieder Roland Schutzbach und Kurt Haupt wieder in
die ONS aufgenommen.
Die letztjährig beschlossene Statutenrevision, wonach nicht mehr
automatisch drei ungewählte Stiftungsräte im ONS-Vorstand Einsitz
nehmen, wurde nachträglich mit deutlicher 3/4-Mehrheit bestätigt. Sie
ist somit seit einem Jahr rechtsgültig. Der ONS-Vorstand kann also
wieder autonom über die Vereinsgeschicke bestimmen.
Die Krone der guten Neuigkeiten ist die Information, dass nun auch der
Aufenthalt von Horst in Thielle amtlich sichergestellt ist.
Thielle hat nun alle Chancen, wieder zu dem toleranten, liebevollen und
inspirierenden Ort zu werden, der es einst war.
Wir freuen uns.
Wir danken den Aktivisten vom "Netzwerk Renaissance Thielle" für ihre
riesige und unermüdliche Arbeit während beinahe vier Jahren. Sie haben
Thielle und den Naturismus in Thielle gerettet.
Und danken allen, die uns in den vergangenen 14 Monaten unterstützt haben.
Wir danken allen, die in irgeneiner Weise mitgeholfen haben. All den
vielen Beziehungspartnerinnen und Partner, die meist im Hintergrund
gewirkt und den Exponenten den Rücken gestärkt und frei gehalten haben.
All den vielen, die mit wohlwollenden Gedanken und Hoffnungen die Wende
unterstützt haben. All den vielen Ungenannten und Diskreten, die einfach
im Hintergrund geholfen und gewirkt haben, ohne je namentlich in
Erscheinung zu treten. Es gab und gibt in Thielle viele gute Menschen
und Seelen, die einfach still gutes Tun.
Vielen Dank euch allen.
Verein "Freunde von Horst"
Der Vorstand
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Dass da natürlich kein Pflicht-Morgenturnen mehr stattfindet und das gemeinsame Absingen von Hymnen auch nicht mehr stattfindet, entspricht dem Zeitgeist, ebenso, dass man nicht mehr im mitgebrachten Firstzelt lebt, sondern im Wohnwagen, man Bier und Dauerwurst indiesen Kisten schlemmt und draussen den Naturisten gibt.
Aber der Kommerzialisierung und Textilisierung ist ein Riegel geschoben.
Nun können die wieder dröge in ihren Liegen liegen und auf den sonnengeölten See kucken. Es gibt aber auch eine Menge Tagesgäste, die Gymnastik oder andere Sportarten pflegen. Ein Lichtblick in Edi's Grab!
Puistola
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