Schweiz für Minarett-Verbot

Hier konnte man sich über Religion austauschen. Forum geschlossen.
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fraenklin

Beitrag von fraenklin » 10 Januar 2010 11:56

Stephan_69 hat geschrieben:Dieses Ergebnis ist Wasser auf die Mühlen derer, die hierzulande Volksabstimmungen auf Bundesebene ablehnen.

Wenn so ein Plakat:
Bild

die Menschen dazu bringt, fundamentale Freiheiten abzuschaffen, werde ich auch skeptisch.




Vielleicht ein merkwürdige Einwurf dazu:
Ist es Zufall, dass dieses Plakat von den Farben Schwarz/Weiß/Rot dominiert wird ?
Auch hierzulande gibt es eine Partei mit "Führungsgelüsten", die diese Farbenkombination bevorzugt.

fraenklin

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Puistola
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Beitrag von Puistola » 10 Januar 2010 12:38

fraenklin hat geschrieben:

Vielleicht ein merkwürdige Einwurf dazu:
Ist es Zufall, dass dieses Plakat von den Farben Schwarz/Weiß/Rot dominiert wird ?
Auch hierzulande gibt es eine Partei mit "Führungsgelüsten", die diese Farbenkombination bevorzugt.



Das ist gar kein Zufall:
Die SVP hat schon manches Plakat-Sujet der NSDAP zitiert. Auch der holzschnittartige Stil von Plakaten und Sprache wurden direkt dort kopiert.
Schon sehr bedenklich, dass die SVP diesmal eine Mehrheit finden konnte mit solchem Stil.
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Beitrag von Puistola » 10 Januar 2010 18:13

Norbert Boxberg hat geschrieben:
Puistola, wenn ich mir die Reaktionen der Initiatoren kritisch betrachte, so haben sie selbst nicht an den Erfolg ihrer Initiative geglaubt.


Das siehst Du richtig, sie wollten eine knappe Niederlage, mit der sie dann für ähnliche Anliegen ein Drohpotential aufbauen hätten können. Es war Künstlerpech der Liberalen, dass sie sich im Vertrauen auf die Vernunft der Stimmbürger nicht um eine Ungültigkeitserklärung der Initiative bemüht haben. Die wäre aufgrund des Völkerrechtes wahrscheinlich möglich gewesen, doch dachte man, es wäre eleganter, eine deutliche Ablehnung durch das Volk vorweisen zu können.
Dann kam aber der idiotische Eiertanz des Bundespräsidenten in Libyen dazu und die Erniedrigungen, die Muammar Gaddhafi in der Folge diesem Land genüsslich unserem Land zufügen konnte.
"Einmal Muslim - immer Muslim" dachte dann so mancher, und stimmte ja zu dem Begehren, schon war der Schaden da, obwohl onst die Rechte samt SVP seit jahrzehnten mit ihrer Ausländer- und Minderheitenpolitik auf Bundesebene nie durchdringen konnten.

Diese Demagogen aus der SVP haben mit ihrem Denken, für denen die Abgrenzungen des Millimeterpapiers schon eine fast unübersehbare Fläche darstellt, nicht nur der Schweiz geschadet. Sie haben auch uns hier erheblich geschadet, da man jetzt der Einführung eines Bürgerbegehrens mit mehr Nachdruck entgegen treten kann mit dem Hinweis, wohin so etwas führen kann. Ich hoffe, dass in ein paar Jahren im Zuge einer anderen Verfassungsändferung diese Bestimmung wieder entfernt wird.


Dieser Zug ist wohl abgefahren, denn die Verfassung wurde ja grad total renoviert, um all diesen religiösen Sondermüll zu entsorgen - mit Ausnahme der Präambel. Die nächste Gelegenheit dazu kommt in vielleicht 100 Jahren, und es ist hier nicht Usus, wie in der EU, dass Vorlagen, über die das Volk anders dachte als die Regierung, gleich wieder vorgelegt werden, verbunden mit irgendwelchen Zückerchen. Nein, es ist die Sache der Islamischen Gemeinde Langenthal, ihr Recht auf das beurechtlich bereits bewilligte Minarett gerichtlich zu erstreiten, nötigenfalls in Strassburg. Die haben einen guten Anwalt. Es ist in diesem Forum ein Begriff, es ist der Gleiche, der das umfassende Gutachten zur Nacktheit in der Öffentlichkeit verfasst hat, nachdem ich ihn auf das Thema gebracht hatte.

Der Schaden im Ausland ist nicht nur, dass nun das Initiativrecht (Bürgerbegehren auf Verfassungsebene) in einem schiefen Licht dasteht, sondern dass Diskriminierung in Europa nach Vorbild der "Musterdemokratie" Schweiz hoffähig geworden ist. Präsident Sarkozy hat sich ganz deutlich in diese Richtung geäussert. Dem Populismus wurde eine weite Bresche geschlagen, "Im Namen Gottes, des Allmächtigen"...

... schämt sich für sein Land
Puistola

neptun2005

Nach dem Minarett-Verbot soll jetzt ein Hochdeutsch-Verbot kommen,...

Beitrag von neptun2005 » 28 Januar 2010 22:26

welt.de hat geschrieben: Schweizer Partei hetzt gegen deutsche Professoren

Von Frank Heidmann 28. Januar 2010, 13:49 Uhr

Neuer Streit in der Schweiz: Die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei pöbelt gegen die angeblich steigende Zahl deutscher Wissenschaftler in der Schweiz. Dabei sinkt die Hemmschwelle, sich über die Deutschen zu beschwerden. Anlass dafür ist eine Sendung im Schweizer Fernsehen. ...


http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... soren.html

bild.de hat geschrieben:
In der Talkshow meint selbst der als liberal geltende Medien-Unternehmer und frühere Sat.1-Chef Roger Schawinski, man solle mit den Deutschen in der Schweiz nicht hochdeutsch sprechen. ...


http://www.bild.de/BILD/politik/2010/01 ... erbot.html


Viele Grüße
neptun2005

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hhnude
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Re: Nach dem Minarett-Verbot soll jetzt ein Hochdeutsch-Verbot kommen,...

Beitrag von hhnude » 28 Januar 2010 23:43

neptun2005 hat geschrieben:
welt.de hat geschrieben: Schweizer Partei hetzt gegen deutsche Professoren


Eines Tages werden sie noch mal die Schweiz verbieten.

hhnude

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Hochdeutsch-Verbot

Beitrag von Puistola » 29 Januar 2010 10:47

neptun2005 hat geschrieben:http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... soren.html

bild.de hat geschrieben:
In der Talkshow meint selbst der als liberal geltende Medien-Unternehmer und frühere Sat.1-Chef Roger Schawinski, man solle mit den Deutschen in der Schweiz nicht hochdeutsch sprechen. ...


http://www.bild.de/BILD/politik/2010/01 ... erbot.html
Die Artikel in der "blöden" BILD und der "klugen" WELT sind wortgleich :shock:

Die Hetze gegen unsere deutschen Gäste und die eigene Schriftsprache ist, wie das meiste, das aus dieser Dumpfpartei SVP kommt, absurd.
Ebenso absurd ist aber die Idee, im Umgang mit Deutschsprachigen auf die hiesige Umganssprache, das alemannische Schwizertütsch, zu verzichten.

Ex-Radiopirat Roger Schawinski sass im "Club", weil er das schwizertütsche Radio erfunden und zum Erfolg geführt hatte:
Ob man das mag oder - wie ich - nicht, unter diesem Einfluss entwickelt sich die gesamte deutschschweizer Radio- und TV-Welt in Richtung Dialekt: Josef Ackermann (man verzeihe mir die Erwähnung des Buh-Mannes) gab gestern der sf-Tagesschau ein Interview. In Alemannisch, da wirkt er sichtlich entspannter, weil er nicht jeden Satz "bauen" musste, wie wenn er mit ZDF oder ARD spricht.

Der Dialekt ist in Zürich oder Bern die Umgangssprache, er wird nicht wie von vielen in Frankfurt oder Berlin als Zeichen einer Klassenzugehörigkeit gesehen.
Die Zuzüger aus D sind des Deutschen einigermassen mächtig, also können sie nach einer kurzen Angewöhnungszeit auch die Variante Schwizertütsch verstehen. Klar, dass man, wenn der Neuzuzüger mal nicht versteht, zur Standardsprache greift, auch wenn es für viele mühsam ist. Und niemand fordert, dass Deutsche sich in Dialekt ausdrücken sollen.

Wenn aber ein Deutschsprachiger nach längerem Aufenthalt das Alemannische immer noch nicht verstehen will, und er immer noch nicht gelernt hat, sein Sprechtempo zu mindern um verstanden zu werden, besteht die Vermutung, er sei nicht integrationswillig. (In Baden sagt man denen dann "Schnellschwätzer")
Da sitzt er dann mit so mancher Tschadorträgerin, manchem Kurden und US-Amerikaner im gleichen Boot - freiwillig.

Doch keine Angst, deswegen werden lutheranische Kirchtürme (noch?) nicht verboten.


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