Der Gebärwahn - zur Diskussion

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Pan meets Lilith
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Der Gebärwahn - zur Diskussion

Beitrag von Pan meets Lilith » 03 Juni 2010 08:04

Manchmal - bitte entschuldigt, liebe Naturisten :P - hat Nacktheit (zumindest partielle) "was mit Sex zu tun". Was wohl weniger kritisch wäre, hätte Sex nicht häufig mit genetischer Reproduktion zu tun...

Ledig, unverheiratet, kinderlos: Steuerklasse I. Fast 50 Prozent Abgabe vom Bruttoeinkommen für Steuer und Sozialversicherungsbeiträge.

In Indien läuft das erheblich weniger subtil:


Wie, Sie haben keine Kinder?
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,698198,00.html

Warum empfinden es die Bevölkerungen von "geburtenschwachen" Staaten es nicht als Affront, wenn die Bevölkerungen von geburtenstarken Staaten sich vermehren wie die Mistfliegen?

Gibt es da nur ein Thema "abstrakt umlage-finanzierte Altersversorgung versus kindermengen-finanzierte Altersversorgung"?

Oder sollte es AUCH ein Thema "Gesamtbevölkerung im Vergleich zur Menge nutzbarer Ressourcen" geben?

In Deutschland sind die Eltern ja clever. Die heilige Gebär-Ulla von der Leyen (fromme Maria Theresia des 21. Jahrhunderts :D , sehr beliebt als künfige Bundespräsidentin -> kein Wunder, bei DEM Minister-Etat!) führt mal kurz ein einkommens-unabhängiges Elterngeld ein - schon bleiben alle daheim (sofern sie nicht GANZ doof sind) :D
MEHR Kinder kriegen sie trotzdem nicht. Warum auch? Die Leute sind ja nicht DOOF. Sie sehen ja, dass der Großteil der Arbeitsplätze von der Industrie (politik-unterstützt!) nach Fernost verlagert wurden ...

Die Weltbevölkerung steuert auf neun Milliarden Menschen zu ...

In der letzten Konsequenz würde das heißen: überlegene Waffentechnologie versus Menschenmassen ...

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Pan meets Lilith
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Beitrag von Pan meets Lilith » 03 Juni 2010 08:29

PS:
Ich kann mir auch nicht verkneifen, mein Vorposting um die Zitierung eines Kommentars zu ergänzen:

...wenn ich dermaßen unkritische Worte über Bevölkerungspolitik in einer Zeit höre, wo wir bald für neun Milliarden Menschen vier Planeten bräuchten, um nachhaltig leben zu können, ohne die Grundlagen dieses Lebens zu zerstören.

Immer wieder wird in völliger Verkennung der Zeichen der Zeit wie selbstverständlich vorausgesetzt, politisches Ziel müsse die Vermehrung sein, dabei muss die globale Bevölkerung so schnell wie möglich reduziert werden, und zwar mit ethisch vertretbaren Maßnahmen und nicht wie in China. Häufig hört man das Argument, die Europäer seien ja nicht das Problem bei Ihrer bereits so niedrigen Geburtenrate. Aber wie will man Ländern wie Indien eine geburtensenkende Politik antragen, wenn man zugleich selbst das Gegenteil tut? Zumal natürlich jeder neu geborene Europäer den Kampf um Ressourcen dutzend mal stärker antreibt als ein neu geborener Südasiate.

Darum: Kinderlosigkeit ist nichts peinliches, sondern Ausdruck von globalem Verantwortungsbewusstsein!


In Deutschland selbst gibt es ein seltsames Privileg: "Verheirateten" PAAREN wird eine günstigere Steuerklasse gewährt, OBWOHL sie (noch?) gar keine Kinder fabriziert haben.
Steht dahinter katholische Lobbyisten-Hoffnung auf animalische Instinkthaftigkeit derer, die als Arbeitssklaven vorgesehen sind?

Und sobald die Kinder dann produziert werden, wird jedes davon sogleich mit Kindergeld subventioniert.

Welchen Sinn ergibt das angesichts des GLEICHZEITIGEN Umstands, dass die Industriekonzerne (von der Politik dazu aktiv ermuntert!) ihre Massenarbeitsplätze nach Fernost verlagert haben?

M.E. gibt es einen wesentlichen PREIS für den Gesamtwohlstand einer Bevölkerung. Und das ist der Verzicht auf die Freiheit der Reproduktion. In China gibt es da im Ansatz die Vorgabe der "Ein-Kind-Familie" - was freilich durch die Bevölkerung konterkariert wird durch die wohl eher konfuzianischen, patriarchalen Traditionen: Abtreibung weiblicher Föten zugunsten männlicher Stammhalter, damit Unausgewogenheit im Geschlechterverhältnis.

In INDIEN scheint man hingegen einfach nur munter drauf los zu bumsen.

Auf einem deutschen Sozialamt kann es durchaus vorkommen, dass ein ostanatolienstämmiger Stammesfürst sich fragen lassen muss, warum er denn schon wieder ein Kind gezeugt habe, wo er doch gar keinen Job habe (geschweige denn eine Ausbildung, die ihm denselben ermögliche) und er bekunde, aufgrund seiner zahlreichen Vaterpflichten auch gar keinen Job wahrnehmen zu können. Der antwortet dann: Ich liebe nunmal Kinder.

Fragt sich: auf wessen Kosten wird da die "Liebe zum Kind" zelebriert?


Interessant ist auch immer wieder, wie einem elternseits begegnet wird, wenn man sich als Kinderloser erdreistet, sich zum Thema Kindererziehung zu äußern ...

Früher förderten Kirche im Verein mit dem Adel die Welpenwerferei, weil sie wussten, wenn sie selbst zu faul zum arbeiten waren, brauchten sie genügend Sklaven, die das für sie zu erledigen hätten.
Heute scheint der Kapitalismus diese Rolle übernommen zu haben: Wer soll unseren ganzen überflüssigen Produktscheiß kaufen, wenn niemand da ist, der ihn kaufen könnte?

;-)

Tim007
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Beitrag von Tim007 » 03 Juni 2010 10:59

Schade, dass Du ein ernsthaftes Problem wieder dazu missbrauchst, Deine Religionsphobie auszuleben.

Sonst wäre es spannend gewesen, sich mit Deinen überlegungen zu beschäftigen.

T.

Ralf-abc

Beitrag von Ralf-abc » 03 Juni 2010 23:01

Bester Pan,

wenn Du das jetzt als Einladung zu einer sachlichen Diskussion aufgebaut hättest, würde ich da gerne mitdiskutieren.
Aber so wie Du das anfängst, ist mir das ehrlich gesagt zu blöd.

FKKManfred

Beitrag von FKKManfred » 06 Juni 2010 17:52

Manche Mitmenschen sollten sich wirklich nicht reproduzieren, da gebe ich PML recht. 8)

Ralf-abc

Beitrag von Ralf-abc » 06 Juni 2010 20:36

FKKManfred hat geschrieben:Manche Mitmenschen sollten sich wirklich nicht reproduzieren, da gebe ich PML recht. 8)


Bei Pan ist das eine allg. Forderung - begründet mit der Überbevölkerung.

Du willst dieses Recht also nur bestimmten Menschen absprechen. Das hatten wir hier schon mal - so vor 65 Jahren.
Auch ein Menschenbild. Aber jeder wie er meint.

FKKManfred

Beitrag von FKKManfred » 06 Juni 2010 20:41

Die Deutschen sterben aus. Schon gewußt?

Ralf-abc

Beitrag von Ralf-abc » 06 Juni 2010 20:50

FKKManfred hat geschrieben:Die Deutschen sterben aus. Schon gewußt?


a)
Das ist schlicht und ergreifend falsch. Die Bevölkerungszahl ist rückläufig, aber es gibt Länder mit einer erheblich kleineren Bevölkerung. Von daher ist der Begriff "aussterben" völliger schwachsinn.

b)
Und, was hat das mit dem Thema zu tun?

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Pan meets Lilith
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Beitrag von Pan meets Lilith » 07 Juni 2010 02:28

@fkk-manfred:
Die Deutschen sterben aus.

Nein, das tun sie ganz sicher nicht. Sie verhalten sich vernünftig, indem sie sich bei schwindendem Ressourcenzugang WENIGER vermehren, damit eine vorhandene Überbevölkerung abbauen. Überbevölkerung ist nicht absolut zu sehen, sondern immer in Bezug auf den durchschnittlichen Ressourcenverbrauch.

Dass Chinesen oder Inder, trotz durchschnittlich viel geringerem Ressourcenverbrauch pro Individuum, aufgrund ihrer Menge viel MEHR an Überbevölkerung abzubauen hätten, steht - freilich - auf einem anderen Blatt.

Manche Mitmenschen sollten sich wirklich nicht reproduzieren, da gebe ich PML recht.

Wie Ralf schon dankenswerterweise klar gemacht hat: Das habe ich weder geschrieben noch gemeint. Ich finde es anmaßend, wenn sich egal wer über egal wen erhebt, indem er sich selbst als "reproduktionswürdiger" ansieht.

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