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Nacktsein in Italien

  Autor    Thread Dieses Forum ist gesperrt, Du kannst keine Beiträge editieren, schreiben oder beantworten. Dieses Thema ist gesperrt, Du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.
Udo Nudo



Geschlecht: Geschlecht:männlich


Anmeldungsdatum: 26.04.2013
Beiträge: 26
Wohnort: Kreis GT


germany.gif
Nacktsein in Italien

http://www.vitanaturista.it/prima-pagina/legalizziamo-il-naturismo

Kann jemand den Text des Artikels "Legalizziamo il naturismo" ins Deutsche übersetzen - oder zumindest den Inhalt wiedergeben?

Beitrag 06 Oktober 2013 09:10 
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begmuc
Ehemaliger User










Den Text kann ich gern mal sinngemäß übersetzen:

FKK ist in Italien noch nicht gesetzlich anerkannt. Damit wird Personen die Möglichkeit genommen, ihr Grundrecht auf Nacktheit an den Stränden auszuüben, und sie laufen Gefahr, wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses gemäß des anachronistischen §726 StGB angezeigt zu werden.Vita Naturista Magazine startet deshalb eine Petition an das italienische Parlament, um FKK durch entsprechende Gesetze juristisch anzuerkennen und damit die italienische Gesetzgebung auch an die grundlegenden Werte anzupassen, wie das in anderen europäischen Ländern bereits der Fall ist. Dies auch mit dem Ziel, den FKK-Tourismus in Italien zu fördern.

In Italien ist es tatsächlich noch möglich, wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses angezeigt zu werden, wenn man einfach nackt am Stand in der Sonne liegt. FKK gesetzlich zu verankern ist eine zivilisatorische Frage. Wenn du FKK-Anhänger bist und die Freiheit liebst, zeichne auch du die Petition auf change.org.

Nackte Grüße, Beg

Beitrag 06 Oktober 2013 09:32 
 
 
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Puistola



Geschlecht: Geschlecht:männlich


Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 5271
Wohnort: Nicht weit vom Alpstein


switzerland.gif
Art. 726 Codice Penale ist unbestimmt

begmuc hat folgendes geschrieben::
Damit wird Personen die Möglichkeit genommen, ihr Grundrecht auf Nacktheit an den Stränden auszuüben, und sie laufen Gefahr, wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses gemäß des anachronistischen §726 StGB angezeigt zu werden.
Vita Naturista Magazine startet deshalb eine Petition an das italienische Parlament, um FKK durch entsprechende Gesetze juristisch anzuerkennen



Hier der Art. 726 Codice Penale:
Zitat:
726. Atti contrari alla pubblica decenza. Turpiloquio.

Chiunque, in un luogo pubblico o aperto o esposto al pubblico, compie atti contrari alla pubblica decenza è punito con l'arresto fino a un mese o con l'ammenda da euro 10 a euro 206 (1) (2).


726. Handlungen im Widerspruch zu den öffentlichen Anstand. Obszöne Sprache.

Wer in einem öffentlichen oder dem Publikum exponierten Ort Handlungen gegen den öffentlichen Anstand ausführt wird mit Freiheitsstrafe von bis zu einem Monat oder einer Geldstrafe von € 10 bis € 206 bestraft werden.


Der "öffentliche Anstand" könnte zum Beispiel verletzt werden durch die Winkelzüge italienischer Politiker, durch das Aufhängen von Wäsche während der Sonntagsmesse, durch einen hellen Anzug auf dem Friedhof oder auch durch Nacktwanderer. Wie man sieht, kann das ein Richter nur entscheiden durch den Rückgriff auf das "gesunde Volksempfinden", das aber seit langem nicht mehr als strafbegründend in den Strafgesetzbüchern Europas enthalten ist. Richter in verschiedenen Ländern haben das noch nicht gemerkt bzw. wollen das nicht merken (gell, Herr Mathys).

Da hilft wohl kaum ein ohnehin nicht erreichbarer Ausnahmeartikel für die Nackten, sondern eine Klage gegen das bescheidene Bussgeld von €10 oder etwas mehr. Entweder stellt der Procurator das Verfahren gleich ein, man gewinnt in der ersten Instanz, oder man zieht das durch soweit es geht, um dann nach Strassburg zu gehen. Petrullos Musterprozess steht ja bekanntlich auf der Warteliste des EGMR.

Die Rechtslage ist also im Belpaese kaum verschieden von jener in Deutschland oder in einigen Schweizer Kantonen. Das Muster ist bekannt und entspricht OWiG §118 oder AR Kant. StR Art. 19 (grob unanständiges Verhalten): Es sei zwar verboten, sich unanständig zu benehmen, aber nirgends steht, was "unanständig" sei.
Das Gesetz ist also nicht hinreichend bestimmt und somit nicht anwendbar.
So steht es in den Verfassungen, so steht das in den StGB und Code Penals und so ist das auch gem. Art. 7 EMRK.


Puistola


PS:
Ein Gedankenexperiment dazu:
http://www.20min.ch/ausland/news/story/Schweden-erlaubt-oeffentliches-Onanieren-10904797
Schweden kennt, wie die meisten Schweizer Kantone, keinen § gegen die "Unanständigkeit". Wäre es möglich, das Onanieren in der Öffentlichkeit, das wohl fast alle Menschen als "unanständig" empfinden, mithilfe eines solchen § im Stile von Art. 726 CP oder OWiG §118 zu bestrafen?

Beitrag 06 Oktober 2013 10:54 
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Aria



Geschlecht: Geschlecht:weiblich


Anmeldungsdatum: 24.01.2012
Beiträge: 2986
Wohnort: München


germany.gif
Re: Art. 726 Codice Penale ist unbestimmt

Puistola hat folgendes geschrieben::
Das Muster ist bekannt und entspricht OWiG §118 oder AR Kant. StR Art. 19 (grob unanständiges Verhalten): Es sei zwar verboten, sich unanständig zu benehmen, aber nirgends steht, was "unanständig" sei.
Das Gesetz ist also nicht hinreichend bestimmt und somit nicht anwendbar.

Es geht noch besser – Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland:

Artikel 2

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.


Es wird auf ein Sittengesetz verwiesen, das es gar nicht gibt.

Beitrag 06 Oktober 2013 13:02 
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Zett



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Alter:57

Anmeldungsdatum: 29.03.2010
Beiträge: 1357
Wohnort: Osterland, Sachsen


germany.gif

Es gibt ein Sittengesetz: "Das Sittengesetz ist keine ausformulierte, schriftlich niedergelegte Norm, sondern ein Ausdruck dessen, was in der Allgemeinheit und dem allgemeinen Rechtsempfinden nach, d. h. der Mehrheit der Mitglieder einer Gemeinschaft, als sittengemäß bzw. anstößig gilt. Insofern wird es als eine quasi kollektive Übereinkunft darüber, was für das Zusammenleben gesitteter Wesen verbindlich sein soll, stark durch die Ansichten der Gesellschaft und die dort vorherrschenden Moralvorstellungen geprägt. Es ist also einem steten Fluss unterworfen." (Wikipedia, Sittengesetz, Stand: 6.10.13) = das gesunde Volksempfinden, sprachlich etwas umformuliert, weil man zwar braun denken darf aber andere Worte dabei wählen muss.

Die Grundrechtscharta spielt da wohl auch mit rein beim Sittengesetz (laut Wikipedia)


Zuletzt bearbeitet von Zett am 06 Oktober 2013 14:12, insgesamt 1-mal bearbeitet

Beitrag 06 Oktober 2013 14:09 
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Puistola



Geschlecht: Geschlecht:männlich


Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 5271
Wohnort: Nicht weit vom Alpstein


switzerland.gif
Re: Art. 726 Codice Penale ist unbestimmt

Aria hat folgendes geschrieben::

Es geht noch besser – Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland:

Artikel 2

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.


Es wird auf ein Sittengesetz verwiesen, das es gar nicht gibt.


Das "Sittengesetz" hatte der BVGer mit seinem Schwulenurteil (Urt. v. 10.5.1957, Az. 1 BvR 550/52 und Urt. v. 2.10.1973, Az. 1 BvL 7/72) nachhaltig zerstört.
Um "herauszufinden", was Sittlichkeit sei, hatten sich die Rotroben auf die vermutete Ansicht der "grossen Konfessionen" berufen, oder eben das, was sie in schlechter Tradition als "gesundes Volksempfinden" empfanden.
Seit jenem Schandurteil spielt das "Sittengesetz" keine Rolle mehr in der Rechtswirklichkeit der BRD. Man vermutet heute, dass das "Sittengesetz" am ehesten mit dem kategorischen Imperativ bzw. der "goldenen Regel" zusammenfalle, aber als solches direkt keine Rechtswirkung entfalte, sondern ein Appell an den Gesetzgeber sei.

Puistola


Nachtrag:
Zett hat folgendes geschrieben::
Wikipedia: "Das Sittengesetz ... ist also einem steten Fluss unterworfen."

Das ist sehr trefflich formuliert. Im Gegensatz zu brauner Denke ist das eine einfache Feststellung, aus der sich in keiner Weise rechtliche Ansprüche ableiten lassen.
Im altStGB §2 von 1935 war es aber gerade der Anspruch, der Richter dürfe und müsse im braunen Sinne solche Moralvorstellungen des "gesunden Volksempfindens" behaupten und als Gesetz anwenden.
Andernorts nennt man sowas Lynchjustiz.

Beitrag 06 Oktober 2013 14:12 
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