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Aktuelles Datum und Uhrzeit: 09 September 2010 22:39 |
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Naturfan

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Alter:53
Anmeldungsdatum: 24.04.2007
Beiträge: 1774
Wohnort: Gunzenhausen

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Auch für mich war diese Wanderung eine echte Bereicherung
Ich habe schon recht viele Wanderungen- alleine und in der Gruppe- unternommen. Aber diesmal war es die Spitze, was ich an Erlebnissen und Eindrücken mit heim nehmen durfte.
Wir starten um 11 Uhr mit 7 Personen am Wanderparkplatz bei regnerischem Wetter und einer Temp. von ca. 16 Grad. Unterwegs gibts es immer wieder ergiebige Niederschläge, aber der Regen ist ausgesprochen warm und sehr angenehm auf der nackten Haut zu spüren.Dazu ein leichter Wind, der die Haut jedes Mal in paar Minuten wieder trocknen lässt. Baarfuß waren wir ja sowieso. Das einzige, was mit der Zeit immer schwerer wird, ist der Rucksack- er wird zum Schwamm! Keiner von uns friert, auch nicht, als das Fernsehteam paar Szenen von uns dreht. Sie können einfach nicht verstehen, warum wir die Wanderung nicht abbrechen- aber die Reportage über den Naturismus muss ja schließlich komplett werden.
Unterwegs haben wir die einzige Begegnung: eine Pfadfindergruppe (8 Mann)- alles Jugendliche- die mit uns ein Ziel haben: der IPF. Aber ein Teilnehmer unserer Gruppe hat ernsthafte Probleme beim Laufen, sodass wir beschließen, unsere Wanderung abzubrechen und uns unter einer Schutzhütte vor dem Regen flüchten. Wer wartet dort schon auf uns? das Fernsehteam und die Pfadfinder. Sogleich kommts zu einer angeregten Diskussion über Sinn und Unsinn des Nacktwanderns. Näheres dazu in der Reportage, welche demnächst bei SAT 1 gesendet wird. Ich will nicht vorgreifen!
Wir haben jedenfalls genug vom Regen und flüchten in die nächste Gastwirtschaft- kaum sitzen wir - kommt die Sonne raus... Da es erst um 15 Uhr war, stand für uns fest- der Ipf muss trotzdem ,,fallen"!!!
Eine Stunde später fallen wiederum unsere Klamotten vom Leib und wir machen uns auf den halbstündigen Aufstieg auf den Ipf. Oben angekommen, begegnen uns zwei Pärchen, welche uns ganz nett begrüßen mit den Worten:
,,na das ist ja Toll was Ihr macht- so ganz nackig, das stellen wir uns toll vor- das müssten wir auch mal ausprobieren".
Wir legen uns derweil in die Sonne, als wir von Weitem beobachten, wie sich die beiden Frauen tatsächlich ausziehen- Ihre Klamotten tragen ihre Männer- und uns langsam entgegen kommen- wir waren einfach sprachlos!
,,Hallo, willkommen im Club"- rief ich ihnen zu. Danach laufen wir mit ihnen nackt zurück bis zum Auto. Wir unterhalten uns total zwanglos über unsere Erfahrungen mit dem Nacktsein und über noch anstehende Nacktionen in Deutschland. Uns kommen in Aufstieg noch paar Leute entgegen- teilweise mit Regenanorak (bei Sonne) bis zur Kinnspitze eingepackt- nicht eine einzige böse Reaktion kommt von denen.
Ich kann nur sagen: das war nicht die letzte Wanderung auf dem Ipf. Außerdem hat sich wieder einmal mehr bewahrheitet: In Mittelfranken müssen die Menschen noch viel lernen, was die Toleranz zu ihren Mitmenschen betrifft. Darunter meine ich auch gewisse Behörden. Es wäre schön, wenn sie das hier lesen würden, denn dies ist tatsächlich passiert!
Dieses Erlebnis muss auch ich erst mal verdauen...
Gruß Siggi _________________ Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlicherweise glaubt, frei zu sein.(Johann Wolfgang Goethe, 1749-1832).
Gegenseitige Toleranz beruht auf Gegenseitigkeit- auf zwischenmenschlichem Verständnis untereinander!
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Puistola

Geschlecht: 
Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 2347
Wohnort: Moschtindien

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Re: Auch für mich war diese Wanderung eine echte Bereicherung
Hallo Siggi und Mitwanderer
Gratuliere zu der abwechslungsreichen Tour, wirklich schade, dass ich nicht dabeisein konnte.
| Naturfan hat folgendes geschrieben:: | | ...der Rucksack- er wird zum Schwamm! Keiner von uns friert, auch nicht, als das Fernsehteam paar Szenen von uns dreht. Sie können einfach nicht verstehen, warum wir die Wanderung nicht abbrechen-... |
Für das TV-Team war das wohl weniger angenehm, denn die hatten ja nicht nur am Rücken einen Schwamm, sondern am ganzen Körper
| Zitat: | ... zwei Pärchen, welche uns ganz nett begrüßen mit den Worten:
,,na das ist ja Toll was Ihr macht- so ganz nackig, das stellen wir uns toll vor- das müssten wir auch mal ausprobieren".
Wir legen uns derweil in die Sonne, als wir von Weitem beobachten, wie sich die beiden Frauen tatsächlich ausziehen- Ihre Klamotten tragen ihre Männer- und uns langsam entgegen kommen- wir waren einfach sprachlos! |
Das "auch mal ausprobieren" sagen viele Leute, wenn sie uns begegnen. Dass sie es wirklich tun ... Also ihr müsst sehr überzeugend gewirkt haben. Warum bei der Experimentierfreudigkeit der Frauen doch immer eine Mehrheit von Männern nackt wandert, bleibt ein Rätsel.
| Zitat: | | ... paar Leute entgegen- teilweise mit Regenanorak (bei Sonne) bis zur Kinnspitze eingepackt- nicht eine einzige böse Reaktion |
Die hatten doch vor lauter Schweiss und Dampf in ihren Jacken keine Kraft mehr, um zu reagieren. Die einzige mögliche Reaktion wäre "Neid" auf euer leichtes Tenue gewesen, und Ausziehen wie die beiden Damen, was denn sonst. Stumpf, wer es nicht tut ...
Puistola
PS: Bitte lass uns wissen, wann die Sendung läuft und, falls vorhanden, den Link.
(Meine ARD-"Brisant"-Reportage ist ja leider weitgehend ungesehen geblieben. Nicht mal der Reporter wusste, dass sie schon gesendet war. Jetzt hab ich sie auf DVD. Keine Ahnung, wie man die hochladen könnte.) _________________
carpe diem, quam minimum credula postero.
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eifeler999
Geschlecht: 
Anmeldungsdatum: 02.04.2009
Beiträge: 16
Wohnort: belgische Eifel

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Der Ipf rief ...
Hallo Kumpels, die ihr mit dabei wart! Es hat mich ausserordentlich gefreut, euch kennezulernen. Ihr habt mich bei meiner ersten "offiziellen" Nacktwanderung (machen tu ich das seit ich 15 bin, wenn ich recht überlege) in aller Öffentlichkeit (wir hatten es ja mit ca. 25 Angezogenen "zu tun") in meinem Handeln bestärkt. Ich hoffe ich war auch euch eine Bereicherung, genau wie die beiden anderen, die zum ersten Mal dabei waren. Bin gesapnnt, was die FOCUS Leute daraus machen; schade, dass sie den krönenden Abschluss (Wetter und weibl. Verstärkung) nicht mitbekommen haben. Das wäre ja ganz toll, wenn die beiden, vielleicht auch mit ihren Männern beim nächsten Mal mit dabei wären. Spätestens zur Eifelwanderung bin ich wieder dabei (dann mit Familie und ein paar Freunden/innen, wenn alle können).
Historische Stätten in der Natur bieten sich sehr für solche Aktionen an. Dort trifft man auch zwangsläufig auf interessierte Menschen und selten auf Blödmänner mit doofen Sprüchen! Ich habe übrigens gut übernachtet und war am Sonntag noch bis in den späten Nachmittag im Ries unterwegs. Nochmals danke für dieses tolle Erlebnis. Die 510 km Anfahrt haben sich gelohnt !!
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Geronimo
Geschlecht: 
Alter:59
Anmeldungsdatum: 28.02.2007
Beiträge: 62
Wohnort: Raum Erfurt

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Am Tag als der Regen kam – oder – Begegnung auf dem Ipf
Einsam und verloren standen wir da, zu zweit auf dem als Treffpunkt vereinbarten Parkplatz. Der Himmel war bewölkt und offensichtlich noch unentschieden zwischen Sonnenschein und Niederschlag. Noch genügend Zeit bis zum vorgesehenen Wanderstart machte uns zuversichtlich, dass die übrigen angemeldeten Teilnehmer noch kommen würden. Siggis Handy klingelte. „Was, Regen?“ waren Gesprächsfetzen zu hören. „Hier ist es warm und die paar Wolken werden sich gleich verzogen haben. Es wird ein schöner Tag“, hörte ich Siggi sagen. Damit war die erste wetterbedingt drohende Absage schon abgewendet.
Ein silbergrauer PKW hielt neben uns. Nein, leider keine Mitwanderer, sondern die Dame von Focus-TV mit Kameramann und Tontechniker. Aber warum wandern die eigentlich nicht mit? …….Na klar, wegen der schweren Ausrüstung. Es folgen weitere Anrufe mit der Bitte, zu warten, weil man etwas später eintreffen werde, Fragen zur Anreise, und natürlich zur gegenwärtigen Wettersituation. Eigentlich wollten wir längst unterwegs sein, aber wir warteten noch auf Nachzügler – einer sogar aus Belgien. Danach erste Fernsehaufnahmen mit Informationen zum Streckenverlauf und Verhaltensregeln für unterwegs.
Die Wanderung beginnt, und die Fernsehleute fahren vor zum ersten Zwischenstopp. Schon nach wenigen Minuten hat sich der Himmel entschieden ……………….für Niederschlag – und das mehr als ergiebig! Ist ja eigentlich halb so schlimm, denn durch den leichten warmen Windzug trocknet unsere „Wanderkleidung“ sehr schnell. Wir nehmen eine erste Abkürzung über Wege, die weniger unter Wasser stehen und erreichen so den geplanten Zwischenstopp noch vor dem Fernsehteam. Dann wieder ein kurzer Dreh mit gezielten Fragen. Macht alles einen sehr professionellen und vor allem seriösen Eindruck.
Es geht weiter über den Blasenberg in Richtung Ipf. Wir haben genug Fantasie, um uns die herrliche Aussicht vorstellen zu können, die von einer diesigen grauen Regenwand verhangen ist. Dann wieder ein heftiger Regenguss und wir rutschen auf nassem Gras die dem Ipf zugewandten Seite des Blasenbergs hinab. Sich laut und ausgelassen unterhaltend zieht in einiger Entfernung eine Gruppe junger Burschen in Richtung Ipf. Als sie uns bemerken werden sie noch ausgelassener, johlen laut, gestikulieren wild, können nicht glauben, was sie sehen. Sie klatschen Beifall und ziehen mit ausreichend Gesprächsstoff für den Rest des Tages weiter.
Nach einer Weile – es regnet immer noch – nähern wir uns einem Pavillon aus Holzbalken mit Informationstafeln über die Vorzüge des Naturschutzgebietes. Hier können wir uns unterstellen und das Ende des Regens abwarten. Die gleichen Gedanken hatten offensichtlich die jungen Wanderburschen. Auch das Fernsehteam war schon dort. Erneuter Dreh, Diskussion mit den Wanderburschen, Interview durch das Aufnahmeteam und eine sehr ausgelassene und lockere Stimmung. Es verläuft alles sehr sachlich, informativ und positiv.
Den Ipf haben wir direkt vor Augen. Warum sollten wir aber im strömenden Regen dort hinauf steigen? Durch das nasse Gras schliddern und oben angekommen nur sehen, dass wir nichts sehen? Einen Schäfer mit einer Schafherde und seinen Hunden belasten solche Gedanken nicht. Sie trotten den Berg hinauf, mit der Aussicht auf frisches saftiges Grün. Das wiederum reizt uns nicht. Wir beschließen, die Wanderung abzubrechen. Die Fernsehleute fahren einen von uns zum Parkplatz zurück, um dessen Kleinbus zu holen. Der bringt uns dann in eine nahe gelegene Gaststätte im nächsten Ort, natürlich nachdem wir uns zwischenzeitlich angezogen hatten. Feuchte Kleidung aus völlig durchnässten Rucksäcken ist sehr unangenehm auf der Haut! Trotzdem wollen wir nicht so einfach auseinander gehen, ohne vorher noch mal mit einem Weizenbier angestoßen zu haben.
Noch während wir diskutieren und uns zuprosten brechen die Wolken auf, es hört auf zu regnen und die Sonne wärmt unsere Gedanken, die noch immer um den Ipf kreisen. Einstimmig beschließen wir, sofort einen neuen Anlauf zu unternehmen. Wir fahren zurück zum Parkplatz am Fuße des Ipf, auf dem inzwischen auch einige Autos stehen. Es ist aber niemand zu sehen. Also ausziehen und los get’s. Bereits nach wenigen Metern deutet sich die herrliche Aussicht an, die uns oben erwartet. Einzelne Spaziergänger mit Hund begegnen uns unterwegs, ohne sonderlich Notiz von uns zu nehmen. Der wunderbare Panorama-Rundum-Blick entschädigt uns für den Regen des Vormittags und wir genießen es, durch das noch etwas feuchte, aber samtweiche Gras zu gehen – barfuss natürlich.
In einiger Entfernung nähert sich uns eine Vierer-Wandergruppe. Sie hält inne, scheint zu beraten, ob sie uns wirklich begegnen oder lieber ausweichen sollte. Mutig kommen sie dann doch näher. „Was macht Ihr denn hier?“ ist die erste ungläubige Frage. Wir kommen ins Gespräch über die Vorzüge des Nacktwanderns, das weiche Gras, den warmen Regen auf der Haut, den sanften Wind, der unsere Körper trocknet – viel schneller, als das mit nassen T-shirts jemals möglich wäre, darüber, die Natur mit allen Sinnen zu genießen, und schließlich auch Gesundheitsaspekte. Eine der beiden Frauen bemerkt schließlich: „Wir gehen ja hin und wieder mal in die Sauna, wo wir auch nackt sind, aber an so etwas haben wir noch nie gedacht. Der Gedanke ist schon interessant, es einmal zu probieren?“
Jetzt schlägt Siggis Missionsstunde! Er verteilt seine Infokärtchen, Handzettel und Flyer – er ist nicht mehr zu halten bei seinen begeisterten Berichten über ein nacktes Leben. Nun erscheint es mir angemessen, ihn zu bremsen: „Hör auf zu missionieren!“ sage ich, „wer es ausprobieren möchte, sollte es schon freiwillig tun.“ Siggi hält inne. Wir stellen uns auf zu einem Gruppenfoto …. zwei bekleidete Pärchen und sieben nackte. Austausch der e-mail-Adressen zum Versenden der Fotos. „Sonst halten es zu Hause alle für ein Hirngespinst“ befürchten die vier Textilen. Wir verabschieden uns freundlich und gehen in entgegengesetzte Richtungen auseinander.
Die warme Sonne und das weiche Gras laden uns zur Rast ein. Wie wir so sitzen, fallen uns in einiger Entfernung Personen auf, die offensichtlich Gymnastik machen: Kniebeugen, Arme hoch recken, Rumpfbeugen, Drehungen. Bei genauerem Hinsehen trauen wir unseren Augen nicht. Mit jeder Übung entledigen sich zwei von ihnen je eines Kleidungsstücks. Natürlich, es sind die beiden Frauen vom Gruppenfoto. Ihre Männer haben sich bereitwillig als Kleiderständer zur Verfügung gestellt. Eine der jetzt nackten Damen schwenkt ihr rotes T-shirt und winkt uns zu. Sie kommen wieder zu uns herüber und wir nehmen das Gespräch von eben erneut auf. Gemeinsam gehen wir so, als wäre es das Normalste von der Welt, nackt zurück zum Parkplatz. Selbst die uns entgegen kommenden Wanderer scheinen das ebenso zu sehen.
Wenn ich nun noch zur Schule ginge, wäre dies der Aufsatz über „mein schönstes Ferienerlebnis!“
Vielen Dank an Siggi für die Organisation der Wanderung, die netten Mitwanderer, das professionelle und rücksichtsvolle TV-Team, aber vor allem an die „Damen vom Ipf“!!!!!!
Geronimo
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