Religiöse Toleranz anderswo und bei uns

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Eule
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Beitrag von Eule » 25 Oktober 2009 01:06

Es ist müßig und reine Zeitverschwendung, sich mit Jemanden über das Gottesbild auseinander zu setzen, der ein entschiedener Gegner eines jeglichen Gottesbildes ist. Dass dieser natürlich keine Kenntnis darüber haben kann und haben will, weil es auf alle Fälle Quatsch ist, wie diese Diskussionen innerkirchlich laufen, dürfte unbestritten sein. Es ist aber sonderbar, dass gerade dieser Mensch genau weiß, dass mein Gottesbild falsch sein muss. Aus seiner Sicht ist es logisch, denn, alles, was es nicht gibt, kann nicht richtig beschrieben oder umschrieben werden.

Yelrah, es ist doch schön zu sehen, dass du anerkennst, das die Kritik nicht immer nur destruktiv sein muss.

Diesen Gedanken hatte ich auch schon sehr oft

Ralf-abc. Dieser Satz war nun wirklich nur so daher gelabert von dir. Denn wenn die christliche Lehre für dich nur Unsinn ist, kann die Lehre in sich nicht richtig sein.

Beim Marxismus / Kommunismus wird die falsche Umsetzung immer wieder angeführt, um die Idee als solches zu verdammen.

Richtig, denn alle Versuche, auch die in der urchristlichen Gemeinde, sind gescheitert. Es gibt nur eine einzige Ausnahme, und das waren die entsprechenden mittelalterlichen jesuitischen Missionen in Südamerika. Diese sind nicht gescheitert, sondern zerschlagen worden. Es scheint so zu sein, dass der kommunistische Gedanke nur in der Kultur der Indianer umsetzbar ist. In allen anderen Kulturen ist diese Umsetzung gescheitert.

Ralf-abc, du solltest aber auch bedenken, dass die marxistisch-leniistische Umsetzung noch nicht der Versuch der Umsetzung der kommunuistischen Idee war. Der Sozialismus sollte eine Vorform zum Kommunismus darstellen und diese Vorform ist schon gescheitert. Dieses hat eindeutig an der falschen, weil verfälschten, Umsetzung gelegen.

Der einzige echte Versuch, die kommunistische Idee in die Praxis umzusetzen, wurd in der CSSR versucht (Prager Frühling). Dieser Versuch wurde abgebrochen und daher ist es nicht möglich festzustellen, ob er überhaupt eine Chance hatte. Jeder darf der kommunistischen Idee nachhängen, also von ihr träumen. In der Realität unseres Kontinentes hat er sich noch nicht ansatzweise beweisen oder behaupten können.

Beim Christentum gilt die falsche Umsetzung als ein bedauerlicher "Betriebsunfall" der aber die Richtigkeit der grundlegenden Idee noch nicht einmal ansatzweise ankratzt.

Diese deine Aussage ist polemisch verkürzt. Daher trifft sie nicht genau zu. Aber ich will mich trotzdem dem Thema stellen.

Eine fehlerhafte Interpretation der Lehrtexte bedingt eine fehlerhafte Verkündigung. Texte, die vor tausenden von Jahren geschrieben wurden, können heute nicht eins:eins in unser Leben übersetzt werden. Der Stil der Botschaftsübertragung, also der Erzählstil, hat sich mehrfach verändert. Die Texte sind überwiegend in Sprachen geschrieben worden, die heute nicht mehr gesprochen werden. Also muss ich einerseits ergründen, was der Schriftsteller, der diese Botschaft niederschrieb, mitteilen wollte. Dann muss ich diese Botschaft in die Sprache der heutigen Zeit übersetzen. Und da wir in einer sehr schnelllebigen Zeit leben, unser Wissen um Begriffsdeutungen einer stetigen Entwicklung unterliegt, wir Phänomene heute anders deuten und bewerten, ist eine fehlerhafte Verkündigung immer dann gegeben, wenn das Verständnis der heutigen Menschen mit Bildern einer vergangenen Zeit bedient wird. Dieses ist kein "Betriebsunfall". Dieses ist schlichtweg falsch, weil nicht mehr der Zeit entsprechend. Die Grundlehre als solches hat sich jedoch nicht verändert.

Übrigens, die kommunistische Idee ist keine Erfindung von Karl Marx. Denn diese Idee hat es schon in der Christenheit im 1. nachchristlichen Jahrundert gegeben. Karl Marx hat diese Idee auf die sich gerade entwickelnde Industriegesellschaft angewandt. Es scheint aber so zu sein, dass diese von ihm entwickelte Idee einerseits zu fest mit dem Frühkapitalismus verbunden war und anderseits aber nicht zu einer tragfähigen Theorie fertig entwickelt wurde. In unserer heutigen Gesellschaft gibt es immer wieder Ansätze, Teilbereiche umzusetzen. Es fehlt aber nach wie vor ein durchgängiges und belastbares Konzept. Ich denke, da ist noch viel Entwicklungsarbeit zu leisten. Und ich halte dieses für dringend erforderlich!

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hhnude
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Der definierbare Sozialismus ?

Beitrag von hhnude » 25 Oktober 2009 09:49

Keineswegs stellte der Sozialismus für alle eine Vorform des Kommunismus dar. Selbst Marx und Engels konnten anfangs damit gar nichts anfangen.

Drei Strömungen sollte man aber dennoch schon auseinander halten können, den Kommunismus, die Sozialdemokratie und den Anarchismus
http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialismus

Norbert Boxberg hat geschrieben:Übrigens, die kommunistische Idee ist keine Erfindung von Karl Marx. Denn diese Idee hat es schon in der Christenheit im 1. nachchristlichen Jahrundert gegeben.


Ich hatte jetzt ein wenig gehofft, du hättest auch Wilhelm Christian Weitling parat.
http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Weitling


hhnude

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Oscar
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Beitrag von Oscar » 25 Oktober 2009 09:52

Marx hatte Recht, sagt der Vatikan

Ein deutscher Jesuit hat den geistigen Vater des Kommunismus als immer noch aktuellen Denker gewürdigt: Marx habe Entfremdung, Lohnarbeit und Armut richtig analysiert. Seine Lehre sei nur «entstellt» worden.

Der Vatikan fordert eine Rückbesinnung auf die Theorien von Karl Marx.


http://www.netzeitung.de/politik/ausland/1498339.html

riedfritz
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Irrtum

Beitrag von riedfritz » 25 Oktober 2009 09:59

Boxberg:
Dass dieser natürlich keine Kenntnis darüber haben kann und haben will, weil es auf alle Fälle Quatsch ist, wie diese Diskussionen innerkirchlich laufen, dürfte unbestritten sein


Damit wäre im Umkehrschluss bewiesen, dass Du von abweichenden (atheistischen) Vorstellungen keine Ahnung haben kannst, weil Du diese ablehnst.

Genau weil ich davon Ahnung habe, wie diese Diskussionen innerkirchlich verlaufen, kann ich nicht an einen Gott glauben.

Viele Grüße

Fritz

Ralf-abc

Beitrag von Ralf-abc » 25 Oktober 2009 10:10

Norbert Boxberg hat geschrieben:Denn wenn die christliche Lehre für dich nur Unsinn ist, kann die Lehre in sich nicht richtig sein.


Neinnein, das ist so nicht richtig. Ich betrachte die christlliche Lehre (im Sinne von Bergpredigt etc.) nicht als Unsinn. Ich betrachte Sie aber als ein von Menschen entworfenes Gesellschaftsmodell (wie auch den Kommunismus) und nicht als etwas göttliches.

Und ansonsten möchte ich nochmals darauf verweisen, was ich zu vor schon hinreichend erläutert habe:
DEINE Auslegung des Christentums ist nur eine Minderheitenmeinung (angesichts der Vielzahl der existierenden Auslegungen). Von daher finde ich die Allgemeingültigkeit mit der Du hier schreibst reichlich unangemessen.

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helmiz
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Beitrag von helmiz » 26 Oktober 2009 09:25

Norbert Boxberg hat geschrieben: Übrigens, die kommunistische Idee ist keine Erfindung von Karl Marx. Denn diese Idee hat es schon in der Christenheit im 1. nachchristlichen Jahrundert gegeben. Karl Marx hat diese Idee auf die sich gerade entwickelnde Industriegesellschaft angewandt. Es scheint aber so zu sein, dass diese von ihm entwickelte Idee einerseits zu fest mit dem Frühkapitalismus verbunden war und anderseits aber nicht zu einer tragfähigen Theorie fertig entwickelt wurde.


Marx hat nach meiner Wahrnehmung ganz bestimmt keine ursprünglich christliche Idee auf den Frühkapitalismus "angewandt". Vielmehr hat er den Kapitalismus in einer Zeit, als dieser gerade im Entstehen war, analysiert und dabei dessen allgemeine Gesetzmäßigkeiten herausgefunden und in seinem Hauptwerk "Das Kapital" dargestellt.

Oskar hat geschrieben:Marx hatte Recht, sagt der Vatikan


Na, wenn das kein Argument ist! :D

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