Wie Mehrheiten mit Minderheiten umgehen ...

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Pan meets Lilith
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Wie Mehrheiten mit Minderheiten umgehen ...

Beitrag von Pan meets Lilith » 10 Dezember 2009 12:07

Uganda erwägt Todesstrafe für Homosexuelle:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 93,00.html

Dem Gesetzentwurf in Uganda ging ein Besuch von Vertretern erzkonservativer amerikanischer Glaubensgemeinschaften voran, die Homosexualität für widernatürlich halten und ihre "Heilung" durch Gebet und Therapie propagieren. Minister Buturo spielte ihren Einfluss herunter und betonte, der Gesetzentwurf sei Ausdruck des Volkszorns über "abstoßende" Praktiken.

Aktivisten wie Cato dagegen halten Schwulenfeindlichkeit für eine importierte Erscheinung, die auf die frühen Missionare zurückgehe.



In Deutschland waren mal Juden auf der Abschussliste:

Der Mann, der nicht zum Arzt wollte:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellsc ... 73,00.html

(Ich hatte dazu eine Assoziation zu dem Film "Hannibal" mit der Figur Hanibal Lector. Josef Mengele in tiefster Selbstüberzeugung, ehrenwerter und fortschrittlicher Naturwissenschaftler zu sein - gesellschaftlich anerkannter Mainstream der Grausamkeit).


Ob "wir Nackten" auch schon auf einer Abschussliste stehen? (möglicherweise unter dem Verdacht, wir konsumierten unzureichend?)

Tim007
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Beitrag von Tim007 » 10 Dezember 2009 14:53

@ Pan:

Du unterbietest Dich immer wieder selbst.

T.

Fred

Re: Wie Mehrheiten mit Minderheiten umgehen ...

Beitrag von Fred » 10 Dezember 2009 16:54

Pan meets Lilith hat geschrieben:In Deutschland waren mal Juden auf der Abschussliste:

Hmmm... komisch, ich habe eher das Gefühl, auf Deiner Abschussliste stehen eher alle Christen und Muslime.

Rutenbündel gefällig? Alle Christen aus Europa vertreiben? Das Übel Monotheismus mit der Wurzel ausrotten?

psychotaucher

Beitrag von psychotaucher » 24 Dezember 2009 05:12

Entsprechende Gesetze gibt es schon in mehreren anderen afrikanischen Staaten, nicht immer gleich Todeststrafe. In Jamaika wird auf Homosexuelle Jagd gemacht. In Tanzania auf Albinos, ganz anderes Thema. Aber was hat das mit uns Nackten hierzulande zu tun? Erstmal garnichts. Wir haben hier dicke Gesetzesbücher, nach denen vor gegangen und be(ver)urteilt wird, gut so. Ich habe mal ein Plakat gelesen, da stand in etwa der folgende Satz: Die Zeiten ändern sich, aber die Individuen bleiben die gleichen. Der Ansicht bin ich auch und eben unsere Gesetze verhindern, das wir auf eine "Abschussliste" kommen, warum denn auch? Wer kontrolliert denn meinen Konsum? Niemand, bis auf die Take alles nur in Bargeld. Also immer locker bleiben, leben und leben lassen, bei Problemen nachdenken und handeln, in welcher Form auch immer...

Weihnachtliche Grüße, Psychotaucher

Eule
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Beitrag von Eule » 26 Dezember 2009 02:50

Mir wäre es lieb, wir würden hier in unserem Land bleiben. Denn hier haben wir noch lange nicht alle Probleme bezüglich der Homosexualität gelöst. Ich denke nur an die Frage der unvollständigen rechtlichen Gleichsetzung der homophielen Familien mit denen der Hetros.

Homophiele Familie, gibt es das? Ja, es gibt diese. Und es sind nicht nur "Einzelfälle"!

Ralf-abc

Beitrag von Ralf-abc » 28 Dezember 2009 08:35

Norbert Boxberg hat geschrieben:Homophiele Familie


Was soll denn das sein?
Eine Familie, deren Mitglieder Homosexuellen Menschen gegenüber positiv eingestellt ist? Das soll es geben, stellt aber wohl kaum eine gesellschaftlich relevante Besonderheit dar.
Oder meinst Du eher eine "Regenbogenfamilie"? Das würde meiner Meinung nach Deinem Beitrag eher einen Sinn geben, würde dann aber auch beweisen, wie gut Du Dich mit der Thematik auskennst.

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Pollux
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Beitrag von Pollux » 28 Dezember 2009 16:47

Norbert Boxberg hat geschrieben:Homophiele Familie, gibt es das? Ja, es gibt diese. Und es sind nicht nur "Einzelfälle"!


Abgesehen von der falschen Rechtschreibung (es schreibt sich "homphil" - oder wenn man will homo-viel *g) wüßte ich mit diesem Begriff ebenso wenig anzufangen.

Was soll das sein ?

@Pan

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es bei so manchem umschlägt, diese politisch korrekte Toleranz des "Andersartigen", wenn man sich unbeobachtet fühlt. Aussagen wie "Ich hab nix gegen Schwule, aber irgendwie normal ist das ja nicht" oder "Das hat die Natur so gemacht, weil die kranke Gene haben und sich dadurch nicht fortpflanzen können" oder "Kloakentiere" hörte ich jüngst beim Weihnachtszusammentreffen weiterer Kreise um Freunde und Familie.

Ich bin sicher, daß wenn Jagd auf Homosexuelle wieder in Mode kommen würde, gäbe es schon jetzt reichlich Interessenten - auch in diesem Land - dafür. Jüngst haben wir das ja erst wieder in diesem Forum erlebt (Stichwort "Gesocks")

Ralf-abc

Beitrag von Ralf-abc » 28 Dezember 2009 16:54

Pollux hat geschrieben:Ich bin sicher, daß wenn Jagd auf Homosexuelle wieder in Mode kommen würde, gäbe es schon jetzt reichlich Interessenten - auch in diesem Land - dafür. Jüngst haben wir das ja erst wieder in diesem Forum erlebt (Stichwort "Gesocks")



Dann hast Du natürlich so richtig die A...-Karte gezogen. Schwul und dann noch Atheist. Für so jemanden wie Dich gibt es ja wohl keinen passenderen Platz wie den Scheiterhaufen :twisted:

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Pollux
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Beitrag von Pollux » 28 Dezember 2009 17:39

Ralf-abc hat geschrieben:Schwul und dann noch Atheist. Für so jemanden wie Dich gibt es ja wohl keinen passenderen Platz wie den Scheiterhaufen :twisted:


:lol: Obwohl ich nicht sicher bin. ob ich wirklich ein A-theist bin. Das ist so ähnlich wie mit den "Naturisten" oder "FKKlern" - ein Label was eben häufig auch mißbraucht wird.

Zumal es genügend Menschen gibt, die den Atheismus ad absurdum führen, weil sie ihn quasi wie eine Religion verstehen.

Eule
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Beitrag von Eule » 29 Dezember 2009 01:54

Pollux
Norbert Boxberg hat folgendes geschrieben::
Homophiele Familie, gibt es das? Ja, es gibt diese. Und es sind nicht nur "Einzelfälle"!


Abgesehen von der falschen Rechtschreibung (es schreibt sich "homphil" - oder wenn man will homo-viel *g) wüßte ich mit diesem Begriff ebenso wenig anzufangen.

Was soll das sein ?
Der Begriff Homophil bezeichnet die gesamte Lebenssituation. Der Begriff Homosexualität eigentlich nur die Art und Weise der sexuellen Begenung. Wenn in der Regel im Allgemeinen von der Homosexualität gesprochen wird, ist Homophil gemeint.

Tipp- oder Rechtschreibfehler sind Folgen der späten oder frühen Stunde. Aber ich hoffe, ihr könnt mit dieser meiner Unvollkommenheit leben.

Ralf-abc

Beitrag von Ralf-abc » 29 Dezember 2009 07:25

Norbert Boxberg hat geschrieben:Der Begriff Homophil bezeichnet die gesamte Lebenssituation. Der Begriff Homosexualität eigentlich nur die Art und Weise der sexuellen Begenung. Wenn in der Regel im Allgemeinen von der Homosexualität gesprochen wird, ist Homophil gemeint.


Jede Menge Worte, aber wie so oft kein erkennbarer Inhalt.
Daher nochmals die Frage: was soll das sein - eine homophile Familie? Wie lebt die bzw. worin unterscheidet die sich in ihrer Lebensweise bzw. in ihren Mitgliedern von einer "normalen" Familie?

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Pan meets Lilith
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Beitrag von Pan meets Lilith » 29 Dezember 2009 11:49

Da Norbert sich nicht klar äußert, spekuliere ich, er meint mit "homophiler Familie" eine Gruppenkonstellation zweier erwachsener Personen gleichen Geschlechts mit gemeinsamem Sorge-Recht bzw. Sorge-Verpflichtung gegenüber einem oder mehreren Kindern.

Wäre das nun in D-land anerkannt, ja oder nein? (Bin ehrlich gesagt nicht im Thema).

Falls NICHT anerkannt: Wie lautet dann die Begründung für die Nicht-Anerkennung außerhalb christlich-"religiöser" Argumentationsmuster?

Ist familien-, haft- und erb-rechtlich mit Sicherheit ein spannendes Thema. Auch entwicklungsphysiologisch und -psychologisch (Familienforschung, Geschwister-Forschung, Eltern-Kind-Forschung).


Alles mit superspannenden soziologischen Forschungs-Fragen verbunden:

Müssen Kinder (Heranwachsende, Lernende) bestimmte Rollenmuster lernen? (z.B. die über Geschlechterklischees).
Was genau passiert, wenn sie diese Rollenmuster NICHT lernen (nicht "vorgelebt" bekommen)?

Werden die Kinder dann
a) vorurteilsfreier? (dabei flexibler in ihren Handlungsmöglichkeiten) oder
b) orientierungsloser? (also handlungs-UN-fähiger).

Wie viele homosexuelle Paare (Lesben, Schwule) würden in Eltern-Situation überhaupt heterosexuelle Rollenmuster "nachahmen"? (sofern sie gesetzliche Legitimation zugesprochen bekämen).

Ralf-abc

Beitrag von Ralf-abc » 29 Dezember 2009 12:23

Pan meets Lilith hat geschrieben:Da Norbert sich nicht klar äußert, spekuliere ich, er meint mit "homophiler Familie" eine Gruppenkonstellation zweier erwachsener Personen gleichen Geschlechts mit gemeinsamem Sorge-Recht bzw. Sorge-Verpflichtung gegenüber einem oder mehreren Kindern.


Ein gleichgeschlechtliches Paar mit Kindern ist die von mir bereits genannte "Regenbogenfamilie", wobei ich jetzt allerdings auch nicht weiss, in wie weit es da ein gemeinsames Sorgerecht gibt.

Ralf-abc

Beitrag von Ralf-abc » 29 Dezember 2009 20:38

Der Vollständigkeit halber hier noch Infos zum Sorgerecht:

wikipedia hat geschrieben:Deutschland
Die Stiefkindadoption leiblicher Kinder ist in Deutschland erlaubt. Die gemeinsame Adoption eines fremden Kindes ist dagegen ausgeschlossen. Nur einer der Partner kann ein Kind adoptieren, der andere hat nur die Möglichkeit, das „kleine Sorgerecht“ (= eingeschränkt) zu beantragen.[20] Das Bundesverfassungsgericht wies im August 2009 eine Vorlage gegen die gleichgeschlechtliche Stiefkindadoption zurück.[21]

Im Juni 2009 fordern die EKD-Präses Katrin Göring-Eckardt als auch die FDP Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ein gemeinschaftliches Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften.[22] Die deutsche Justizministerin Brigitte Zypries befürwortet im Juli 2009 ebenso die gemeinschaftliche Adoption nichtleiblicher Kinder.[23]


http://de.wikipedia.org/wiki/Regenbogenfamilie

Tim007
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Beitrag von Tim007 » 30 Dezember 2009 09:15

Auch wenn sich mein Gesocks-Hinweis NICHT auf Homosexuelle bezogen hatte, sondern auf taktloses Verhalten, das auch bei Heterosexuellen anzutreffen ist, mithin mit der sexuellen Präferenz rein gar nichts zu tun hat, einen weiteren Aufreger zum Jahresende:

Ich bin entschieden gegen die Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Partner.

Und diese Meinung muss erlaubt sein, ohne sogleich wieder angefeindet zu werden.

Es grüßt
Tim

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