Einschätzung US-re-exportierter christlicher Esoterik-Sekten ( "Evangelische Allianz&

Hier konnte man sich über Religion austauschen. Forum geschlossen.
Ralf-abc

Beitrag von Ralf-abc » 30 April 2010 16:02

Tim007 hat geschrieben:Und um Dir einen Zugang zu meinen Überlegungen zu ermöglichen, habe ich das an den (gleichermaßen) erbärmlichen Zensurbemühungen des "opus dei" vergegenwärtigt.
Weiterhin habe ich aufgezeigt, dass Wahrheit zur Unwahrheit werden kann, wenn ein Großteil derselben ausgeblendet wird.


Mein lieber Tim, warum musst Du immer so deutlich machen, dass Du keine Sachargumente besitzt und daher immer nur versuchen kannst, mißliebige Informationsquellen zu diskreditieren?

Du vergleichst hier den hpd allen ernstes mit einer Organisation, die Zensur betreibt?!
Der hpd berichtet einseitig - nämlich in seinem Interesse. Das ist sein gutes Recht. Von keinem Wirtschaftunternehmen, keiner Partei und auch sonst keiner Organisation wird erwartet, dass die Informationen veröffentlichen, die deren originären Zielsetzung widersprechen - am allerwenigsten von der Kirche. Genau so gut könntest Du z.B. vom WWF fordern, dass die doch gefälligst die Argumente der Klimawandel-Gegner veröffentlichen.
Niemand käme auch nur ansatzweise auf die Idee, diesen Organisationen deshalb Zensur vorzuwerfen. Dieser Vorwurf ist um so absurder, wenn man sich mal klar macht, was dieses Wort eigentlich bedeutet - nämlich das da jemand die Veröffentlichung unliebiger Meinungen aktiv verhindert. Nach Deiner Definition gilt es jetzt wohl schon als Zensur, dass man der Gegenseite nicht auch noch dabei hilft, deren Meinung zu verbreiten. Tut mir leid, bester Tim, aber eine solche Wortumdeutung ist einfach nur als krankhaftes Verhalten zu bezeichnen. Aber OK, was soll jemand anderes machen, wenn es für eine Sachdiskussion nicht ausreicht?

Tim007
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Beitrag von Tim007 » 30 April 2010 16:43

Ralf,

so langsam kommen wir voran, wenn auch mühsam.

Du räumst also ein, dass der hpd einseitig ist und missliebige Wahrheiten ausblendet.

Genau das beanstande ich und wage daran zu erinnern, dass sich der hpd selbst als "Pressedienst" bezeichnet.

Wollen wir uns darauf einigen, dass man einen "Pressedienst", der einen Großteil der Wahrheit im Sinne der Interessenverfolgung ausblendet, vergessen kann?

Und kannst Du Dir zumindest ansatzweise vorstellen, dass es auch Autoren gibt (wenn sie nicht gerade Dawkins oder Mixa heißen), die zumindest darum bemüht sind, auch Gegenargumente zu durchleuchten?

Seriöse Zeitungen, und darin wird mir sogar Pan beipflichten, differenzieren streng zwischen Information und Meinung.

Welchen Schluss ziehen wir daraus?
Wie würdest Du Medien bezeichnen, die zum einen einen Großteil der Wahrheit im Sinne der Stimmungsmache weglassen und zum anderen Information und Meinung verquicken (und das gilt nicht nur für den sog. "hpd")?

Nur das meinte ich.

Indem Du die hpd-Mitteilungen kritiklos konsumierst, unterscheidest Du Dich in nichts von opus-dei-Mitgliedern, die sich nur gefällige geistige und geistliche Kost "reinziehen", und sei es in Form löcheriger Zeitungen.

T.

NS:
Ob Du es glaubst oder nicht: ich bin ein Lese-Junkie. Ich verschmähe nichts. Nicht einmal den hpd. Das dient der Verdauung.

Ralf-abc

Beitrag von Ralf-abc » 30 April 2010 17:09

Tim007 hat geschrieben:Genau das beanstande ich und wage daran zu erinnern, dass sich der hpd selbst als "Pressedienst" bezeichnet.
Wollen wir uns darauf einigen, dass man einen "Pressedienst", der einen Großteil der Wahrheit im Sinne der Interessenverfolgung ausblendet, vergessen kann?


Nein, Tim. darauf können wir uns nicht einigen.

wikipedia hat geschrieben:Ein Pressedienst ist ein regelmäßiger Informationsdienst für die Presse. Er wird von Nachrichtenagenturen oder von Organisationen publiziert, die ihn für die eigene Öffentlichkeitsarbeit einsetzen. Texte, Fotos, Grafiken und sendefertige Audiobeiträge werden über Satellit, E-Mail oder Newsportale an Journalisten und Redaktionen übermittelt und können von Print-, Funk- und Online-Medien honorarfrei genutzt werden.

(Hervorhebung durch mich)


Sorry Tim, aber die Tatsache, dass Du offensichtlich nicht weist, was ein Pressedienst ist, bzw. worin dessen Aufgabe besteht, kannst Du dem hpd nun wirklich nicht zum Vorwurf machen.


Vieleicht können wir beide uns ja darauf einigen, dass Du den Begriff "Pressdienst" einfach nur verwechselst? - und zwar hiermit:
wikipedia hat geschrieben:Nachrichten- und Presseagentur

Nachrichten- und Presseagenturen (nicht zu verwechseln mit Nachrichtendiensten) liefern Nachrichten, die Informationen über aktuelle Ereignisse enthalten, als vorgefertigte Meldungen für Massenmedien zur Verwendung in Zeitungen und Nachrichtensendungen. Darüber hinaus gibt es sog. PR-Agenturen, über die Pressestellen von Unternehmen und Organisationen Informationen und Presseerklärungen verbreiten. Die Presse- und Nachrichtenagenturen spielen im weltweiten Nachrichtenfluss eine zentrale Rolle.

Momme

@

Beitrag von Momme » 30 April 2010 17:34

Du räumst also ein, dass der hpd einseitig ist und missliebige Wahrheiten ausblendet.


Natürlich ist der einseitig, geht ja auch nicht anders, er arbeitet in Eigeninteresse für Humanisten! Steht doch im Namen.

Tim hat natürlich Recht!

Tim007
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Beitrag von Tim007 » 30 April 2010 17:42

Ralf, Du bist ein Schelm.
Und das gleich aus zwei Gründen.

Zum einen berufst Du Dich ausgerechnet auf Wikipedia, also eine Fundgrube an Informationen, die vom "hpd" unter dem Titel "Wikipedia - die freie Enzyklopädie?" am 7.11.06 in einem typischen Anfall von Verfolgungswahn niedergemacht worden war. (Wenn die das vom hpd wüssten. Böser, böser Junge).

Zum anderen: willst Du damit einräumen, dass die Ausblendung nicht genehmer Wahrheiten im Sinne der bewussten Irreführung in Ordnung ist, um die selbstgesetzten, fanatischen Ziele zu erreichen?

Dieses einseitige Manipulieren willfähriger Anhänger ist es, was ich beanstande.

Ist das wirklich so schwer zu verstehen?
(Bitte komm jetzt nicht wieder mit Deinen Kreuzzügen).

Tim, der sich jetzt leider empfehlen muss, da die Pflicht ruft.
Zuletzt geändert von Tim007 am 30 April 2010 17:45, insgesamt 1-mal geändert.

Ralf-abc

Re: @

Beitrag von Ralf-abc » 30 April 2010 17:42

Momme hat geschrieben:
Du räumst also ein, dass der hpd einseitig ist und missliebige Wahrheiten ausblendet.


Natürlich ist der einseitig, geht ja auch nicht anders, er arbeitet in Eigeninteresse für Humanisten! Steht doch im Namen.

Tim hat natürlich Recht!



Dann auch an Dich die Aufforderung:
Zeige mir eine Organisation, die ausdrücklich nicht weltanschaulich oder sonstwie neutral ist, die das nicht tut. Wie kommt Ihr dazu, an den hpd die Forderung der weltanschaulichen Neutralität zu stellen? Diese Forderung widerspricht den originären Zielen des hpd und ist daher einfach nur hirnrissig.

(wobei von Dir ohnehin nichts anderes zu erwarten war)

Momme

@Ralfabc

Beitrag von Momme » 30 April 2010 18:09

Och Ralfi, lass mal stecken.

Mir geht es etwas auf die Nerven hier. Am meisten wenn Leute ja so intelligent tun, mit Fremdwörtern nur so um sich schmeißen, aber einfache Zusammenhänge nicht begreifen. Vielen fehlt es einfach an Praxis, ähnlich wie es bei bei Politikern ist, und dann wird nur verwaltet.

Da kommt dann wieder "Bullshit!"

Momme

@RalfABC

Beitrag von Momme » 30 April 2010 18:19

Wir hatten mal einen Humanisten als Vereinsvorsitzenden gewählt. Wir wußten aber nicht, das er die Weltanschauung lebte. Der hat nachher alle Abteilungsleiter zu beeinflussen versucht, mit Einzelgesprächen, die bis weit nach Mitternacht gingen.

Wer kann da noch geistig klar sein????? Oder sollte der nicht???

Schwere Schlagseite auf dem Vereinsschiff! Der hatte seine humanistischen Ziele mit eingebracht, die mit Sport nicht vereinbar waren.

Die Vorstellungen vor seiner Wahl waren gut. Da nach zeigte er sein wahres Gesicht.

Wie ein Sektenführer, überheblich und er drohte anders denkende.

Geh mir los mit sowas!

Ralf-abc

Beitrag von Ralf-abc » 30 April 2010 18:24

Da Tim den tollen Vergleich mit opus-dei gebracht hat, hier ein anderer Vergleich:
Den hpd zu kritisieren, weil der keine Kirchen-positiven Informationen im Angebot hat, ist in etwas so sinnvoll, wie den "Informationsdienst-Holz" zu kritisieren, weil ich bei dem nichts über Stahl oder Beton nachlesen kann.

Es gibt heutzutage im Internet praktisch für alles Informations- und Pressedienste und diese Dienste stellen Informationen zu ganz bestimmten Themen zu Verfügung (der hpd halt zum Thema Religionskritik). Wenn man andere Informationen lesen will, dann braucht man nicht den einen Dienst als unseriös zu bezeichnen, weil der nicht die gewünschten Informationen liefert, sondern dann muss man sich einen anderen Dienst suchen.

Um es auch für Momme etwas deutlicher zu machen:
Es ist nicht die Aufgabe eines Pressedienstes, unabhängig und neutral über alles möglich zu berichten, sondern ein Pressdienst stellt ganz gezielt Informationen zu einem bestimmten Themenbereich zu Verfügung - einzig und alleine mit dem Ziel, das andere Menschen, die solche Informationen benötigen, eine Anlaufstelle haben, in der sie gezielt danach suchen können, ohne mühsam das ganze Internet danach durchsuchen zu müssen. DAS ist der Sinn und Zweck eines Pressedienstes und es ist daher absoluter Schwachsinn einen Pressedienst genau dafür zu kritisieren.

Wer sich ganz allgemein und neutral über ein Thema informieren möchte, der ist bei einem Pressedienst einfach an der falschen Stelle.

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Hallo@ Tim

Beitrag von Froeschin » 30 April 2010 20:47

Deine Worte:
Indem Du die hpd-Mitteilungen kritiklos konsumierst, unterscheidest Du Dich in nichts von opus-dei-Mitgliedern, die sich nur gefällige geistige und geistliche Kost "reinziehen", und sei es in Form löcheriger Zeitungen.


haben mich herzhaft zum Lachen gebracht...

kann es sein,
das es Dir nicht bekannt ist,
das Papst Benedikt XVI. Mitglied des Opus Dei ist.?

Er hat bei dem Besuch des Weltjugendtages 2005 in Köln
das ihm angebotene Quartier abgelehnt und darauf bestanden
in dem Erzbischöflichen Haus in Köln zu nächtigen.
Dort hat er auch alle Vertreter aus Politik und Regierung empfangen.

http://www.katholische-kirche.de/3260.html

hier noch eine Einschätzung von Theologe Peter Hertel

Die Macht hinter dem Papst

http://www.aufbruch.ch/opusdei.htm

***

dann kann ich den Ausführungen von @Ralf - abc
nur zustimmen.
Außer vielleicht noch etwas generelles hinzufügen,
das heute fast alle Medien die Inhalte,
welche sie verbreiten sehr sortieren.

ich lese gerade den herrlichen Satz von @Tim:
Dieses einseitige Manipulieren willfähriger Anhänger ist es, was ich beanstande

der anscheinend nicht begriffen hat...
das er selbst bei der Tagesschau und in den "heute"-Nachrichten manipuliert wird..?


Sich unvoreingenommen und umfassend zu informieren
wird immer schwieriger,
da leider die Lobbyisten sehr einflußreich sind.

Es gibt wenige Tendenzen sich zurück zu besinnen...
und eine nicht vorgefasste Meinung zu veröffentlichen...

die Froeschin

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Beitrag von Tim007 » 30 April 2010 21:24

Wir sind uns also zumindest darin einig, Ralf, dass der hpd tendenziös ist und es nach Deiner Auffassung auch sein muss.

Darin unterscheidet er sich allerdings in nichts vom Oberammergauer Gemeindebrief.

Der Unterschied zwischen uns besteht mithin nur darin, dass ich niemals aus dem Gemeindebrief zitieren würde.

Weil ich Deiner Auffassung bin, Froeschin, dass wir allerorten manipuliert werden, frage ich mich, wie Du zu Deiner Tagesschauaussage kommst. Gerade ich meine, dass man sich nicht auf eine einzige Quelle stützen sollte.

Dass der Papst opus-dei-Mitglied ist, wusste ich bislang nicht. Es verwundert mich allerdings auch nicht. Obwohl ich ein glühender Ökumeneanhänger bin, bitte ich mir abzunehmen, dass Protestanten keinen Papst haben.

Mit besten Grüßen

Tim

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Deutschen Evangelischen Allianz

Beitrag von Froeschin » 30 April 2010 21:33

Hallo @Pan,
ich habe erst jetzt Zeit gefunden,
mich mit der Deutschen Evangelischen Allianz zubefassen.
und habe folgende Auflistung gefunden,
die mich doch etwas ...erstaunt hat...


http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Deutschen_Evangelischen_Allianz_nahestehende_Organisationen


da ist doch dieser Artikel lesenswert :

http://www.leitkultur-humanismus.de/entgleisungen.htm

wenn danach gelehrt werden würde,
hätte der Begriff "Religionsfreiheit" aus dem Grundgesetz seine wahre Bedeutung,
da dann endlich die Worte die richtige Richtung erlangen.

Jeder sollte dann ab einem bestimmten Alter frei entscheiden können,
welche Glaubensrichtung er einschlagen möchte...
oder er ganz ohne einer Zugehörigkeit leben kann.

Die Religionsfreiheit ist eines der elementaren Grund- und Menschenrechte, die vor allem in der Freiheit eines Einzelnen bzw. einer Gruppe von Menschen besteht, seine Glaubensüberzeugung oder ein weltanschauliches Bekenntnis frei zu bilden ( hervorhebung von mir ) oder dafür zu werben,


Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Religionsfreiheit


die Froeschin

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Tagesschauvergleich

Beitrag von Froeschin » 30 April 2010 21:51

Hallo@Tim

zu Deinen Worten:

Weil ich Deiner Auffassung bin, Froeschin, dass wir allerorten manipuliert werden, frage ich mich, wie Du zu Deiner Tagesschauaussage kommst. Gerade ich meine, dass man sich nicht auf eine einzige Quelle stützen sollte.


da habe ich mich wohl etwas zu kurz gefasst...

zur Erklärung...

wir haben es uns eine ganze Zeit zum "Sport" gemacht,
die Nachrichten auf bestimmte Meldungen zu beobachten,
und haben da staunend festgestellt,
das auch die Tagesschau wichtiges nicht erwähnt.
Und wir Bürger dadurch nicht umfassend unterrichtet werden.

aber ich bitte Dich,
von mir keine konkreten Beispiele nach dieser langen Zeit zu fordern.
Da kann ich nur raten, selber einmal eine Probe zu machen,
und die Nachrichten der verschiedenen Sender oder auch Zeitungen
miteinander zu vergleichen...

gerade auch der von @Pan heißgeliebte Spiegel glänzt auch
mit weglassenden "von einem Wort"
und verfälscht damit die Aussage eines Artikels...
die wissendschaftlichen Journalisten fallen nicht durch besondere fundierten Kenntnisse auf.!

mmhh ich hoffe, mich doch etwas verständlich ausgedrückt zu haben..?

die Froeschin

Ralf-abc

Beitrag von Ralf-abc » 30 April 2010 22:13

Tim007 hat geschrieben:Darin unterscheidet er sich allerdings in nichts vom Oberammergauer Gemeindebrief.
Der Unterschied zwischen uns besteht mithin nur darin, dass ich niemals aus dem Gemeindebrief zitieren würde.


Woraus würdest Du denn zitieren, wenn Du es denn wolltest? Wenn Du Deine Meinung belegen willst (was Du ja eigentlich nie machst, da eine Diskussion auf Sachebene ja ohnehin nicht so Dein Ding sind), dann benötigst Du dafür doch irgend etwas, was Deine Aussage bestätigt. Willst Du dafür mühevoll das ganze Internet durchsuchen? Wenn Du mit Zitaten arbeiten würdest, dann hättest Du dafür genau so einen Pressedienst in Deinen Favoriten abgespeichert, der primär Berichte zu Deiner Weltaufffassung anbietet.
Wenn ich die Menschheit davon überzeugen will, wie toll doch das Wohnen in einem Holzhaus ist, dann gibt es dafür den Informationsdienst Holz. Und wer einen anderen Baustoff bevorzugt, der findet auch dafür die passenden Internetseiten. Ein gläubiger Christ findet ebenso Argumentationshilfen, wie der Moslem, der Hindu und die Pastafari (geheiligt seien seine nudeligen Anhängsel).

'tschuldigung, Tim, aber ich kann einfach nicht verstehen, wo Du komischer Christenfisch darin ein Problem siehst!

(Welche Homepage bestätigt eigentlich Mommes krudes Weltbild? :twisted: )



Ich stelle jetzt einfach mal die Behauptung auf, dass es auf der ganzen Welt kein einziges Medium gibt, dass wirklich dem Anspruch 100%iger neutralität gerecht wird. Es gibt hier auf der Erde jeden Tag so viele Millionen Eregnisse, dass es gar nicht möglich ist, die alle einfach so auf einer einzigen Homepage einzustellen. Also muss es immer Menschen geben, die die ganzen Nachrichten erfassen und dann entscheiden, ob sie die Nachricht auf Ihrer eigenen Homepage (z.B. bei einer Presseagentur o.ä.) aufnehmen wollen. Aber bereits in diesem Augenblick geschieht eine Filterung. Davor muss der Bericht überhaupt erst geschrieben werden - eine Vorgang, bei dem immer bewußt oder unbewußt dem Ereignis auch mehr oder weniger stark die Meinung des Autors aufgedrückt wird. Selbst wenn ich bei dem Ereignis selber dabei bin, so bin ich doch niemals in der Lage, absolut alle Faktoren objektiv zu erfassen, die in dieses Ereignis hineinspielen. Somit findet in dem Augenblick, wo ich von dem Ereignis Berichte immer auch eine subjektive Verzerrung statt.

Ich hatte mir letztes Jahr 2 Wochen lang den Spaß gemacht, mehrere Tageszeitungen gleichzeitig zu kaufen (Rhein-Zeitung, FAZ, Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung) und zumindest grob zu vergleichen.
Ich bin dann im Ergebnis zu 2 Möglichkeiten gekommen:
a) jede Zeitung Berichtet ganz objektiv über die Ereignisse - dann hätte es jeden Tag mindestens 3 verschiedene Welten geben müssen (Paralleluniversien o.ä.)
b) Objektive Nachrichten sind eine Illusion. Selbst die großen und qualitativ hochwertigen Tageszeitungen erzählen die Dinge so, wie sie die gerne sehen wollen.

Wenn aber alle Informationsquellen subjektiv sind, dann ist es auch von vorne herein unmöglich, sich selber so etwas wie ein objektives Weltbild zu verschaffen. Mehrere subjektive Informationsquellen zu vergleichen und auszuwerten führt eine definitv nicht zu einer objektiven Erkenntnis.

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Pan meets Lilith
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Beitrag von Pan meets Lilith » 30 April 2010 22:46

@froeschin:
gerade auch der von @Pan heißgeliebte Spiegel

Oh, ich bedaure, dass da ein verfälschender Eindruck entsteht. Wenn ich dieses Medium oft zitierend heranziehe, heißt das nicht, dass ich mir des Qualitätsverlust des "Spiegels" seit Chefredaktion Aust und Co. (Steingart und die einschlägigen anderen Pflaumen) nicht bewusst wäre.

Ich würde mal, etwas spitz, formulieren: Der Spiegel ist heute innerhalb unseriöser Massenblätter das seriöseste Blatt. Und ich finde, man sollte auch lobend vermerken, dass sich der Spiegel wieder wesentlich verbessert hat, seit Aust und Steingart da keine oder nur noch eine geringe Rolle spielen.

Man darf nicht vergessen, der "Spiegel" war vor allem das ambitionierte Nachkriegsprojekt eines einzelnen Mannes, nämlich Rudolf Augstein. Das war zu einer Zeit, da GAB es noch so etwas, das sich "Journalismus" nannte - und dabei einer Berufsgrundlage hatte.

Hajo Friedrichs, noch zu seinen Lebzeiten :D , formulierte mal sinngemäß: Der Journalist mache sich AUCH mit einer "guten" Sache nicht gemein.

Augstein bildete dazu insofern eine Gegenposition, als die "Tendenzhaftigkeit" des Spiegel in Richtung Geistesliberalität nie verhehlt wurde.

Ein starker Qualitätsverlust traf den Spiegel, mit Verzögerung, noch mal durch das damalige Käsblättchen "Focus" ("Bildchen gucken"). Wobei ich meine zugestehen zu müssen, dass sich der Focus im Lauf der Jahre tendenziell verbessert hat.
Interessant war - aus heutiger Sicht - dass das Kuchendiagramm-Blättchen durch seine Buntheit jedenfalls konterkarierte, was am Spiegel damals durch konsequente S/W-Fotografie "dokumentarisch" wirkte.


Wie dem auch sei ... Ich wünsche allseits einen beschwingten Wechsel in den Wonnemonat!

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