Mit Bitte um Bestätigung oder Falsifizierung

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Pan meets Lilith
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Mit Bitte um Bestätigung oder Falsifizierung

Beitrag von Pan meets Lilith » 17 Juni 2010 02:19

In folgendem Spiegelartikel, der neben Fotos von katholischen Managern in deren mutmaßlich sektentypischen Clownskostümen auch Zahlen zur Finanzierung der katholischen Kirche durch den deutschen Steuerzahler bringt, ist die Rede davon, dass Kardinal Meisner ("Erzbistum Köln") monatlich vom Staat 11.300 Euro beziehe:

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,700545,00.html


Kann diese Aussage hier jemand verifizieren oder falsifizieren?

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knipser
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Verifizierung

Beitrag von knipser » 17 Juni 2010 03:39

Ja, mein Sohn, das kann ich bestätigen. Ich trage aber auch schwer an der Last, ein Licht für die Welt zu sein! Doch bedenke: Wer ein Licht anzündet, der stellt es nicht unter einen Scheffel, sondern hoch oben hinauf, damit es allen leuchte, die im Hause sind. Derohalben ist dieser Betrag angemessen und ein Wohlgefallen vor dem HErrn, auf das jeder erkenne, welch Segen auf dem Dienst am HErrn ruhe.

Er soll auch so hoch sein, damit du erkennest, wie schwer die Arbeit im Weinberg des HErrn ist. So blicke auf mein Konto und eifere dem fleißig nach, dass auch du dermaleinst als ein treuer Diener erfunden werdest.

So gehe nun hin in Frieden; deine Sünden sind dir vergeben.

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knipser
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Ach du Schreck...

Beitrag von knipser » 17 Juni 2010 03:40

jetzt habe ich meine Identität preisgegeben...

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Puistola
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Bestätigung unnötig, es wird wohl mehr sein.

Beitrag von Puistola » 17 Juni 2010 09:13

Pan meets Lilith hat geschrieben:Kann diese Aussage hier jemand verifizieren oder falsifizieren?


Das wäre ja nichts Neues:

Imperia mit Kaiser und nacktem Papst ("FKK"-Bezug hergestellt) zu Konstanz
Bild

Die Kirchenoberen brauchen kein Unrechtsbewusstsein zu haben, denn
"Der Beichtstuhl steht in der Kirche - nicht im Finanzamt."
(Schlussatz des Spon-Artikels)


Puistola

Fred

Beitrag von Fred » 17 Juni 2010 11:34

Ich kann die Aussage weder verifizieren noch falsifizieren (was erwartest Du, Insider der katholischen Kirche, die hier das Wort ergreifen?), aber ich fand den Artikel sehr unerfreulich.

Man sollte das Geld für die pompösen Bischofssitze unbedingt stattdessen in soziale Projekte stecken. Die absolutistische Lebens- und "Regierungs"-Weise der katholischen Kirchenoberen finde ich selbstherrlich, unnötig und unzeitgemäß.

mikon1981

Beitrag von mikon1981 » 17 Juni 2010 18:32

mikon1981 hat geschrieben:meine meinung zur kirche spiegelt dieses lied wieder


http://www.youtube.com/watch?v=u40bADzthfI


was die "kirche" predigt ist gegen aller Wirklichkeit

beim editieren hab ich mich entweder vertan oder irgendwas stimmt nicht löscht bitte jemand mein letzten post?

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Froeschin
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Beitrag von Froeschin » 17 Juni 2010 22:10

Hallo @ Pan,

hier habe ich einen Bericht in der Kölner Rundschau ausgegraben.


scrolle bis zur Überschrift:

Das empfehlen Sie aber doch nicht zur allgemeinen Nachahmung, oder?


Quelle:http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1229432322580.shtml


Froeschin

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Pollux
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Beitrag von Pollux » 17 Juni 2010 22:21

@Fröschin

Dort machte Joachim Meisner eine Lehre als Bankkaufmann. 1951 trat er in ein Seminar für Spätberufene ein und holte das Abitur nach.


So sieht also die nächste Karrierestufe aus. Ist ja auch naheliegend :lol:

Na, wenn Ackermann mal nicht mehr gebraucht wird .... :wink:

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Pan meets Lilith
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Beitrag von Pan meets Lilith » 18 Juni 2010 05:29

@froeschin:

Danke dir!

Ich will die Stelle rasch zitieren:
Hohe katholische und evangelische Geistliche werden nicht aus Kirchensteuermitteln bezahlt, aber auch nicht - wie in Bayern - direkt vom Staat. Die Kirchen erhalten vom Land NRW eine pauschale „Dotation“. Grundlage ist eine Ausgleichsverpflichtung für die komplette Enteignung von Kirchengütern in der Säkularisation. Für das Erzbistum Köln sind das rund 1,4 Millionen Euro im Jahr - das entspricht 0,3 Prozent der Kirchensteuereinnahmen. Der Berechnung liegt ein Personalschlüssel zugrunde, nach dem der Erzbischof von Köln Anspruch auf ein Gehalt vergleichbar einem Staatssekretär in der Besoldungsgruppe B 11 (Grundgehalt 10.653,81 Euro) hätte.


Na, da fragt man sich doch, warum die "Kirchen" bis heute immer so gegen den gottlosen Napoleon schimpfen, obwohl er sie so diplomatisch konziliant hat versorgen lassen... Die katholisch mosernde "Geistlichkeit" komplett auf die Guillotine zu schnallen, wäre staatshaushaltstechnisch erheblich billiger gekommen. Undankbares Gesindel, die Herren Merkwürden.


@fred:
Das erste Mal seit langer Zeit, dass du nicht polemisch reagierst. Danke schön!

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Pan meets Lilith
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Beitrag von Pan meets Lilith » 18 Juni 2010 05:42

PS:

Apropros Napoleon...
Manchmal kommt man ja am Wochenende an so'ner Burgruine vorbei und denkt sich: Oh, die schöne Burg! Wär DAS schön romantisch, wenn DIE noch stehen würde!

"Warum steht die denn eigentlich nich mehr?"
"Die ist von französischen Truppen geschleift worden."
"DIESER Napoleon wieder! Und WIR haben nu weniger Tourismus-Einnahmen, weil wir bloß eine zerdepperte statt eine anständige Burg haben!"

STIMMT so gar nicht.

Also, Napoleon kam an den Burgen an und hat erst gefragt:
"Klemmt ihr den Schw_anz, ihr teutschen Rittersleut, ja oder nein?"
Die teutschen Rittersleut haben dann gesagt: "Nein, wir greifen zur christlich-tugendvollen Hellebarde."
Wenn die aber feige und schlau waren, hat der die Burg stehen lassen (siehe z.B. Burg Eltz) - und "WIR" haben 200 Jahre später dank feiger teutscher Rittersleut die Tourismuseinnahmen.

@fred:
Das erste Mal seit langer Zeit, dass du nicht polemisch reagierst. Danke schön!

@elmar:
Das php-Skript ist immer noch kaputt. Wenn man sch***z eingibt, sind da Platzhalterzeichen.

Heiliger Nikolaus, aus dem verschneiten Wald an die Hütte von der drallen 25-Jährigen herantretend:

"Siehst du nicht Sack und Rute,
junge Stute?"

"Oh, tretet ein, gar heilger Mann!
Weil ich mit Einsamkeit nicht kann.
Mein Gatte ist im Außendienst -
und ich hätt gern Geschenke!"

"Werd sehn, dass ich es lenke."


@puistola:
Imperia mit Kaiser und nacktem Papst

Naja, ob der Papst ein SOO nackter Mann IST, bei DER Finanzausstattung. Ich nehme also an, die Metaphorik meint es da eher "erotisch".
Übrigens witzig zu dieser Skulptur:

http://diepresse.com/home/panorama/reli ... 2/index.do
Nackter Papst soll aus Konstanz verschwinden:
Die umstrittene Skulptur ist eine Kopie der Papstfigur aus der meterhohen Lenk-Statue "Imperia", die seit 1993 die Konstanzer Hafeneinfahrt ziert. Sie soll an das Konstanzer Konzil (1414-1418) erinnern und zeigt eine Mätresse, die auf ihren Händen zwei nackte Figuren trägt. Eine ist mit kaiserlichen Insignien geschmückt, die andere mit einer päpstlichen Tiara (Papst-Krone).


Und hier:

http://www.see-online.info/2010/05/nack ... ellschaft/

So sehr sich Barbara Seiler auch mühte – die aus Zürich angereiste Redakteurin von „Kulturplatz“ hat beim Lokaltermin in Konstanz einfach niemanden gefunden, der sich gegen die Papstfigur im Foyer des umgebauten Bahnhofs aussprechen wollte.


Die Ablichtung der grossformatigen „Bild“-Berichte, die im Stuttgarter Raum von einem „splitterfasernackten Papst Benedikt“ fantasiert und einen leibhaftigen Landesinnenminister und einen ebenso real existierenden Generalsekretär der Südwest-CDU zu einer regelrechten Verdammung Lenk’scher Kunst geführt hatten – diese Hinweise machten die ganze Aufregung erst verständlich.


Wenn du MICH fragst: Ich finde Herrn Josef Ratzinger schon BEKLEIDET unerträglich. Und ich finde es unanständig, wenn Komiker so viel Geld verdienen.

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Pan meets Lilith
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Beitrag von Pan meets Lilith » 18 Juni 2010 06:32

@pollux:
Apropos Meisner und "Seminar für Spätberufene" (spät berufen, naive Menschen [Kinder? :shock: ] mit wilden Geschichten zu verarschen? :D )

http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Meisner

Nach der Vertreibung 1945 aus Schlesien und dem Tod seines Vaters im selben Jahr lebte Meisner im thüringischen Körner. Nach einer Lehre als Bankkaufmann trat Meisner 1951 ins Priesterseminar für Spätberufene Norbertinum in Magdeburg ein und holte hier zunächst das Abitur nach. Von 1959 bis 1962 studierte er Philosophie und Theologie in Erfurt und wurde im Dezember 1962 dort zum Priester geweiht. Er war Kaplan in Heiligenstadt und Erfurt, danach Rektor des Erfurter Caritasverbandes.

1969 wurde er von der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom zum Dr. theol. promoviert.

Am 17. März 1975 wurde er zum Titularbischof von Vina und Weihbischof des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen ernannt und am 17. Mai desselben Jahres durch den Apostolischen Administrator von Erfurt Hugo Aufderbeck zum Bischof geweiht. Zum Bischöflichen Amt gehörte unter anderem das Eichsfeld, das eine katholische Enklave innerhalb der traditionell protestantisch und seit DDR-Zeiten zunehmend atheistisch geprägten ostdeutschen Glaubenslandschaft ist. Dort fand Meisner ein ähnlich intensives katholisches Gemeindeleben wie in seiner schlesischen Heimat vor.


Angesichts von Tims steten Hinweisen auf "Christenverfolgungen" in der DDR immerhin ganz erstaunliche Möglichkeiten ...

Offene Frage: Hat der Meiseler als Banklehrling denn schon "marxistische Geldwirtschaft" gelernt (Gibt es das? Keine Ahnung) - oder war die noch in katholischer Fugger-Tradition?
[Abschweifige Nebenfrage: Was hätte Karl Marx eigentlich zu Silvio Gesell gesagt, wäre dieser nicht zu spät für Marx geboren worden - weshalb dieser sich wohl gezwungen fand, sich mit Proudhon zu zanken].

Dass der Meisler den Umweg über die Geldwirtschaft genommen hat, würde das eigentlich darauf schließen lassen, dass er zu den wenigen Heterosexuellen in der katholischen Kirche gehört? Marke: Was ein echter Mann ist, der zeigt kapitalistische Konkurrenz-Ellenbogen ...

Ich hab mich ja in den frühen 1970-er Jahren immer gefragt, warum die alle auf alte Männer in konservativen Frauenkleidern stehen, die die immer gleichen langweiligen Geschichten aus antiken Mordbüchern zum Besten geben und Sakraldämpfe dabei verschwelen. Als Kind ist man ja naiv. Da kommt man ja noch nicht auf den Gedanken, dass die davon geil werden könnten ... Au Mann!

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Froeschin
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Beitrag von Froeschin » 18 Juni 2010 11:26

Kirchenfinanzierung

Hier habe ich noch einen lesenswerten Beitrag zur kirchlichen Finanzpraxis.
Der Spiegelbericht ist nicht so ausführlich.

Christliche Verfassungsfeindlichkeit

http://www.wissenrockt.de/2010/06/14/christliche-verfassungsfeindlichkeit/



die Froeschin

Tim007
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Beitrag von Tim007 » 18 Juni 2010 11:56

Ohne inhaltlich darauf eingehen zu wollen, nur ein Nachtrag:

Ausgerechnet jener Carsten Frerk ist Leiter des grob unseriösen "hpd".

Da sind mir SPIEGEL-Quellen entschieden lieber.

Tim

Ralf-abc

Beitrag von Ralf-abc » 18 Juni 2010 14:00

Tim007 hat geschrieben:Ausgerechnet jener Carsten Frerk ist Leiter des grob unseriösen "hpd".


Für dessen Unseriösität (was etwas anderes ist wie Einseitigkeit) Du bis heute noch nie auch nur einen einzigen Nachweis erbringen konntest.
Aber so bist Du nun mal: Dir passt etwas nicht und Dir fehlen die Argumente - also wird das ganze einfach durch unhaltbare Behauptungen (um nicht zu sagen Lügen) diskreditiert.

Fred

Beitrag von Fred » 21 Juni 2010 08:12

Auwei, das ging aber schnell. hpd, christliche Verfassungsfeindlichkeit, Marxismus in der katholischen Kirche, Napoleon, und Pan erwähnt "die wenigen Heterosexuellen in der katholischen Kirche".

Lassen wir doch mal die Kirche im Dorf, sonst sind wir gleich wieder beim Ermorden von Bankern, israelischen Übergriffen, muslimischem Terror, Burkas und Burkinis und phallusersetzenden Taktstöcken angekommen.

Ich finde die Forderung nach Offenlegung der Kirchenfinanzen (und zwar komplett) nicht erst seit Lektüre des Spiegel-Artikels mehr als berechtigt. Wenn in einer Firma oder einem Konzern mal eben hier und da ein paar Millionen verschwinden würden, stünde der Staatsanwalt recht schnell vor der Tür, hier berift man sich auf irgend ein Recht von vor mehreren hundert Jahren, das der katholischen Kirche anscheinend Immunität gegen alles mögliche gewähren soll.

Das muss auf den Prüfstand. Ich denke der Grad des Gutmenschentums hängt davon ab, was Menschen tun und meinetwegen glauben und nicht von der Anzahl der Marienbildnisse auf Bayerns Straßen oder der Größe der Residenz irgendwelcher Bischöfe.

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