PRO und KONTRA Minderheitsregierung in NRW

Hier konnte man sich über Politik austauschen. Forum geschlossen.

Bist du für oder gegen die Rot-Grüne Minderheitsregierung in NRW?

Umfrage endete am 01 Juli 2010 20:35

Dafür
15
65%
Dagegen
7
30%
Weiß nicht/keine Meinung
1
4%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 23

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Horst
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PRO und KONTRA Minderheitsregierung in NRW

Beitrag von Horst » 11 Juli 2010 19:52

Eric hat geschrieben:ist der Thread schon zu , zumindest hab ich keinen Knödel gefunden, um meine Stimme abzugeben....


Die Umfrage war auf 14 Tage befristest!

Gruß
Horst

Momme

@

Beitrag von Momme » 12 Juli 2010 21:11

Am Mittwoch gibt es wieder großes Kino!!! Ampel wird es nicht geben.
Also doch Rot-Tiefrot-Grün, oder........

Droht Hannelore Kraft das Schicksal von Simonis?

http://www.bild.de/BILD/politik/2010/07 ... monis.html

Ich bin dann mal gespannt!
:lol:

Momme

@

Beitrag von Momme » 12 Juli 2010 21:14

He.....

Rot - Grün

geht nicht ohne

Tiefrot !!!

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Pollux
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Re: @

Beitrag von Pollux » 12 Juli 2010 22:38

Momme hat geschrieben:He.....

Rot - Grün

geht nicht ohne

Tiefrot !!!


Ja, vielleicht, hat Rot-Grün dadurch die Chance, mal wieder soziale Politik für alle zu machen und nicht Genosse-der-Bosse (Rot) oder FDP-mit-Fahrrad (Grün) zu sein.

:wink:

charly192
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Beitrag von charly192 » 13 Juli 2010 09:30

und "sozial" ist wohl massiv Schulden zu machen denn es ist ja sozial den Kindern und Enkeln noch mehr Belastung anzuhängen.

"Sozial" ist es auch das der nicht arbeitende genauso gut oder besser lebt wie alle die ihren Beitrag leisten.

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Pan meets Lilith
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Beitrag von Pan meets Lilith » 13 Juli 2010 10:23

@charly192:
und "sozial" ist wohl massiv Schulden zu machen denn es ist ja sozial den Kindern und Enkeln noch mehr Belastung anzuhängen.

Die Ironie an sich scheint mir berechtigt, Charly. Allein: Ich fürchte, sie fußt auf falschen Grundvoraussetzungen. Die Schulden, von denen du sprichst, scheinen mir zum großen Teil auf den Prinzipien unserer etablierten Geldwirtschaft zu beruhen.

"Sozial" ist es auch das der nicht arbeitende genauso gut oder besser lebt wie alle die ihren Beitrag leisten.

Tut "er" (oder sie) das nicht?
Welchen Beitrag wozu genau?
Für welche ART ! Arbeit?
Als Angestellter wirst du " von Staats wegen" gezwungen, für deine Altersversorgung Vorsorge zu leisten. Gleiches gilt für Kranken- und Arbeitslosenversicherung.

Weißt du aber auch, wieviele Selbstständige / Freiberufler / Gewerbetreibende keine Rücklagen für die Risiken von Alter, Krankheit, Auftragsflaute zurückzulegen vermögen? (geschweige denn, dass sie Kinder in die Welt drücken könnten, damit diese sie im Alter direkt versorgten).

Und nun die, die "nichts tun" - und trotzdem auf geringem Level allimentiert werden: Als Mitarbeiter wollte ich sie nicht haben - ganz ehrlich. - Du? Stellst du nen Kiffer ein? Nen Säufer? Ne Frau, von der du genau weißt, sobald sie den Arbeitsvertrag hat, wird sie schwanger?

Als Angestellter würdest du sie stärker allimentieren, als wenn du als Selbstständiger herumkrebst, richtig. Aber wärest du der Typ, die Risiken der Selbständigkeit tragen zu wollen?

Ich habe bei Äußerungen wie den deinen manchmal einen kleinen Verdacht, da geistert ein ausgerufenes Gespenst namens "Mittelstand". Jeder möchte dazu gehören. Was er darin zu erreichen trachtet, indem er gegen die Armen schlägt und tritt. Das wäre das Muster Selbstdefinition über die Ergötzung am Elend anderer. Und vom Grundprinzip her ähnlich, wie wenn man nichts am Umstand einer unschönen Faktenlage ändert, sondern die Faktenlage zu beheben trachtet, indem man den Benenner der Faktenlage totschlägt.

Manchmal frage ich mich, warum ich mir ein Elend als Gewerbetreibender / Dienstleistung antue, wo ich sehe, welchen Luxus Angestellte haben. Dann erinnere ich mich wieder: Ich trage das Risiko für das kleine Glück, ich selbst sein zu dürfen.

Abhängigkeiten - hast du IMMER.

Der Angestellte - vom Chef.
Der Selbstständige - von den Kunden.
Der Arbeitslose - vom Arbeitsamt.
Selbst der Luxus-Nichtarbeitende (leistungslose Einkommen durch Zinsgewinne / Erbschaften / Gewinnspiele / Spekulationsgewinne:
vom "Glück", Wertpapiere richtig eingeschätzt zu haben, sie "in time" gekauft oder abgestoßen zu haben. - Abhängigkeit von irgendeinem Heiopei namens Bankberater.

Ein Kuchen habe acht Stücke und die interessierte "Bevölkerung" am Kuchen betrage in der Zahl zwei. Einer fresse acht Stücke. Und der andere keines.
DAS - wäre NATUR.

Eines der Hauptprobleme heute besteht möglicherweise (Ich bin mir nicht ganz sicher) in unserem Arbeitsbegriff.

Wie wertvoll ist die Arbeit eines Müllmanns?
Einer Putzfrau?
Einer Supermarkt-Kassiererin?
Eines Altenpflegers?

Wenn man nach dem Einkommen ginge und der sozialen Wertschätzung, müsste der Wert von deren Arbeit gegen Null gehen.

Wenn man danach ginge, was passieren würde, wären sie nicht da, müssten sie das zehnfache dessen verdienen, was ein angestellter Manager in einem ... meinetwegen: Medienbetrieb verdient. Oder ein Bankanstellter in einer Sparkasse - unabhängig von der Zahl seiner genetischen Kinder und der Frauen, an die er Alimente berappt.

Ein Verwandter von mir arbeitet als Angestellter bei VW. Geiler Job. Die hatten in ihrem Betrieb mal eine Aktion, wo kostenträchtige Schwachstellen gemeldet werden konnten, ggfs. mit Zusatzvergütung als "Belohnung".
Weißt du, was passierte: Jeder erklärte jeweils die Nachbarabteilung als "überflüssig" und als "Kostengrab". Der Fall, dass jemand seine EIGENE Abteilung als "überflüssig" erkannte und argumentativ belegte, trat NICHT auf. ;-)

Manchmal frage ich mich, ob Bismarck sich auch die Frage stellte, wie stark sich ein Solidarprinzip (Gruppe) nach oben ("Staat", statt Horde, Rotte, Großfamilie) abstrahieren lässt ...

Und, Charly: Du wirst am Problem, dass die Sozialkassen zusammenbrechen, nichts ändern, indem du Menschen erst ihren Job nimmst - und ihnen dann vorwirfst, sie würden nicht arbeiten.
Nicht jeder hat das Zeug zum Selbstständigen. Und nicht jeder erbt von Vatti nen Großbetrieb, wo Produktentwicklung, Produktion, Werbung, Vertrieb, Buchhaltung und Rechnungswesen auf jeweilige "Spezialisten" aufgeteilt sind.

Ein weiteres Problem: Reiche geben nicht genug Geld aus. Sie sparen mehr, müssten aber mehr verbrauchen, damit andere arbeiten könnten. -> siehe oben, Geldwirtschaft.
Einer, der 10 Millionen auf der hohen Kante hat, kann auch beim besten Willen immer nur EINEN Rolls-Royce fahren. Und beim besten Willen immer nur in EINE vergoldete Kloschüssel kacken. Und er wird den Teufel tun, sich jeweils 10 davon am Markt nachzufragen, nur, damit andere Arbeitsplätze hätten.

Es geht also um eine Ausgewogenheit hinsichtlich A) des ERWIRTSCHAFTENS von Gütern und Dienstleistungen und B) der KONSUMPTION von Gütern und Dienstleistungen.



@pollux:
FDP-mit-Fahrrad (Grün)

:D Nette Formulierung. Darf ich die klauen?
Was so ein beamteter Lehrer mit 4.000 brutto ist (Klischee, Klischee!), der leistet sich gern mal Luxusprobleme ...

charly192
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Beitrag von charly192 » 13 Juli 2010 11:25

Pan meets Lilith hat geschrieben:Ein weiteres Problem: Reiche geben nicht genug Geld aus. Sie sparen mehr, müssten aber mehr verbrauchen, damit andere arbeiten könnten. -> siehe oben, Geldwirtschaft.
Einer, der 10 Millionen auf der hohen Kante hat, kann auch beim besten Willen immer nur EINEN Rolls-Royce fahren. Und beim besten Willen immer nur in EINE vergoldete Kloschüssel kacken. Und er wird den Teufel tun, sich jeweils 10 davon am Markt nachzufragen, nur, damit andere Arbeitsplätze hätten.

Es geht also um eine Ausgewogenheit hinsichtlich A) des ERWIRTSCHAFTENS von Gütern und Dienstleistungen und B) der KONSUMPTION von Gütern und Dienstleistungen.

Der Reiche legt seine Millionen aber normalerweise nicht unter das Kopfkissen.

Aber jetzt kommen wir zu einem der vielen Probleme: Das kurzfristige Erfolgsdenken in den Aktiengesellschaften, gesteuert durch geldgierige Fondsmanager etc.

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Pan meets Lilith
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Beitrag von Pan meets Lilith » 13 Juli 2010 12:00

@charly192:

Zunächst in Kürze, da knapp in Zeit. Später bei gegenseitigem Interesse vertieft.

Der Reiche legt seine Millionen aber normalerweise nicht unter das Kopfkissen.

Gutes Thema. Richtig. Das Kopfkissen des Reichen ist freilich ein sog. Steuerparadies. Was immer da gerade "in" sein mag: Dubai, Jersey / Gernsey, diverser Krempel in der Karibik etc.
Schweiz / Luxemburg / Liechtenstein dürften in absehbarer Zeit hinreichend unter Druck geraten, je tiefer die Schlaglöcher auf den Straßen der EU-Mitgliedsstaaten werden oder je mehr Schulstunden ausfallen ...

Auf das Problem Kopfkissen (Aale Oma mit lebenserfahrungs-begründeter Inflationsangst) haben die sog. Gesellianer / INWO (im weiteren Sinne: moderne Ausformungen der Physiokraten) bereits um die Jahrtausendwende hingewiesen. Zu JENEM Zeitpunkt nahm noch niemand der seinerzeit etablierten Volkswirte (allesamt Monetaristen a la "Milton Friedman", falls sie Karriere machen wollten :D ) das Problem wahr (geschweige denn: ernst).

Das Geld muss aber nicht unterm Kopfkissen landen. Es wird ja nicht mehr wert dadurch, dass eine Inflationsangst steigt.
Im Gegenteil kann das Geld in den Erwerb oder die Pacht von Grundstücken gesteckt werden. Mir fällt z.B. in letzter Zeit auf, wie viele Leute ihre Nutzgärten wieder emsig bewirtschaften. Schrebergarten war in den 80-ern ja mal eine deutsche Modeerscheinung. Dann haben die Türken in Deutschland diesen Bereich fast komplett übernommen. Mittlerweile machen es schon fast wieder alle.

Aber jetzt kommen wir zu einem der vielen Probleme: Das kurzfristige Erfolgsdenken in den Aktiengesellschaften, gesteuert durch geldgierige Fondsmanager etc.

Wobei DIESER sich wiederum rechtfertigen werden mit den geldgierigen Privatanlegern. Und DIESE dann argumentieren: die Bundesregierung habe genug PR-Arbeit in der Richtung geleistet, ein Umlage-Prinzip werde keine Zukunft haben, weshalb "privat" und "in Eigenverantwortung" vorzusorgen sei. (Diejenigen, die die zweite Marge der "Telekom"-Aktien kauften und nicht rechtzeitig VER-kauften, könnten sich heute noch in den Arsch beißen, dass sie der amtierenden Bundesregierung da glaubten).

Ich gebe dir recht: Das Problem ist vor allem die Kurzfristigkeit des unternehmerischen Denkens in Aktiengesellschaften. Einer der Gründe, warum ich (als Niemand, ich weiß es ja) immer wieder darauf hinwies (da nichts anderes zur Verfügung: freilich im Offtopic-Bereich ausgerechnet eines FKK-Forums), wie wichtig es für alle sei, auf eine Änderung des deutschen Rechts der Aktiengesellschaften hinzuwirken.

Insgesamt sind wir wohl wieder beim Grundsatzthema ARBEIT - BODEN - KAPITAL - und WIE diese Basis-Produktionsfaktoren untereinander / zueinander zu gewichten seien. Oder?

Momme

@

Beitrag von Momme » 05 August 2010 13:32

Jepp, na also es geht endlich was in NRW.

Der neue NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) will den straffreien Besitz von Haschisch und Marihuana um vier auf zehn Gramm erhöhen


Nun noch die Alksteuer abschaffen und eine große Wählerschaft folgt Rot/Grün.

Die Kiffer und die Alkis!

Toll, so gleich am Anfang der Regierungszeit die richtigen Signale setzten!!!!! :shock:

Suspect
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Beitrag von Suspect » 05 August 2010 20:26

Rot-Grün macht es genau richtig: Die unpopulären Maßnahmen werden gleich zu Beginn umgesetzt, damit die meisten Wähler sie bei der nächsten Wahl gleich wieder veressen haben. :lol:

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