Nackt im Park sonnen (dskret)?

In diesem Forum werden Rechtsfragen bezüglich der FKK diskutiert. Bitte beachtet, daß dies absolut unverbindlich ist.
Gesperrt
riedfritz
Beiträge: 1760
Registriert: 17 März 2008 14:40
Wohnort: Rieden

Schlechtestes Beispiel von allen!

Beitrag von riedfritz » 18 Mai 2013 15:23

Der Fall Kachelmann ist wohl das schlechteste Beispiel von allen!

Da hatten beide Seiten doch nichts anderes zu tun, als ihre "Story" möglichst schnell zu Geld zu machen. Bevor Ermittlungsbehörden etwas wussten, stand von beiden Parteien lanciert die "ganze Wahrheit" schon in der Zeitung!

Auch der zweite genannte Fall hat überhaupt nichts mit FKK zu tun.


Viele Grüsse,

Fritz

Klaus_59
Beiträge: 5424
Registriert: 05 März 2007 18:04

Beitrag von Klaus_59 » 18 Mai 2013 16:47

Caro hat geschrieben:Stört mich ein Nackter am Tisch neben mir im Straßencafé so sehr, dass ich ein hoheitliches Einschreiten gegen ihn für sogar wünschenswert halte?

Ja, allerdings!

Stört mich auch ein nackter Wanderer auf einem Wald- und Feldweg außerhalb geschlossener Besiedlungen (der nicht ausdrücklich als "FKK-Wanderweg" o. ä. ausgewiesen ist)?

Nein, der nicht, ich verstehe ihn schon.

Und wenn nun jemand ein hoheitliches Einschreiten gegen diesen Nacktwanderer fordert?

Dann verstehe ich das. Und trage es nicht mit, weil es mein Anliegen ist, sondern weil ich einfach die Notwendigkeit von Regeln verstehe und dahinterstehe, dass es solche gibt und sie durchgesetzt werden.
Und wenn nun jemand ein hoheitliches Einschreiten gegen einen nackten Gärtner fordert oder gegen einen nackten Autofahrer oder gegen einen Nackten in seiner Wohnung? Dann verstehst du das und trägst es mit, weil es eben Regeln geben muss.
Und wenn nun jemand ein hoheitliches Einschreiten gegen einen Schwarzen fordert, dann kannst du das ja auch gleich noch mit tragen. Kommt ja auch schon nicht mehr drauf an ... :roll:

Klaus_59
Beiträge: 5424
Registriert: 05 März 2007 18:04

Beitrag von Klaus_59 » 18 Mai 2013 16:50

Zett hat geschrieben:Zumal für akzeptierte Psychologierichtungen wie die Tiefenpsychologie nach Siegmund Freud ohnehin alles sexuell ist, was irgendwie lustvoll ist.
Dann esse ich jetzt mal ganz sexuell ein Stück Erdbeertorte ... :P

nackedey
Beiträge: 335
Registriert: 02 Mai 2005 13:39

Beitrag von nackedey » 18 Mai 2013 17:17

@Klaus
Klaus_59 hat geschrieben:Und wenn nun jemand ein hoheitliches Einschreiten gegen einen Schwarzen fordert, dann kannst du das ja auch gleich noch mit tragen. Kommt ja auch schon nicht mehr drauf an ... :roll:
Deine Antwort ist mal wieder böse und leider vollkommen korrekt.
Vieles sieht, sobald man mal zuende denkt, garnichtmehr so harmlos aus.
Und wenn nun jemand ein hoheitliches Einschreiten gegen einen *** fordert oder gegen einen *** oder gegen einen ***? Dann verstehst du das und trägst es mit, weil es eben Regeln geben muss.
Wer noch böser ist, trage anstelle der *** jeweils mal eine Personengruppe ein, die in 12 Jahren 1000 Jahre...

Genau diese Mentalität hat damals viel Unrecht erst möglich gemacht. Nicht opponieren, nicht hinterfragen, allenfalls wegschauen...

Zu einem guten Demokraten gehört für mich auch, vorhandene Regeln zu hinterfragen, immer wieder...

Stephan

PS:
Klaus_59 hat geschrieben:Dann esse ich jetzt mal ganz sexuell ein Stück Erdbeertorte ... icon_razz.gif
Da ich Erdbeeren zwar mag, aber nicht so gut vertrage. Könntest Du bitte für mich ein Stück mitessen? Bitte mit viel Sahne!!!

nackedey
Beiträge: 335
Registriert: 02 Mai 2005 13:39

Re: Schlechtestes Beispiel von allen!

Beitrag von nackedey » 18 Mai 2013 17:39

@riedfritz
riedfritz hat geschrieben:Der Fall Kachelmann ist wohl das schlechteste Beispiel von allen!

Da hatten beide Seiten doch nichts anderes zu tun, als ihre "Story" möglichst schnell zu Geld zu machen. Bevor Ermittlungsbehörden etwas wussten, stand von beiden Parteien lanciert die "ganze Wahrheit" schon in der Zeitung!

Auch der zweite genannte Fall hat überhaupt nichts mit FKK zu tun.


Viele Grüsse,

Fritz
Zu deinem ersten Absatz: Natürlich haben beide Seiten von vornherein das Verfahren geplant und durchgestanden, nur um anschließend Bücher zu verkaufen und sonstwie daran zu verdienen. War also nur ein gigantisches Schauspiel zur Unterhaltung, der Republik, Auslastung der Gerichte, der Staatsanwälte... Na klar, kann ich nachvollziehen, würdest Du, bei Möglichkeit, sicherlich auch so machen, und ich sowieso...

Hat mich ca. 30 Sekunden gekostet, die Seite zu finden, sollte auch im Rahmen Deiner Möglichkeiten sein: http://www.sexualstrafrecht-mannheim.de ... heiten.htm 5. Absatz
Mithin stehen sich die Aussage von Beschuldigtem und Opfer gegenüber; die Falschbelastungsquote ist hier leider besonders hoch. Gerade hier sind Vorwürfe schnell erhoben, und in ihrer Belastung sehr schwerwiegend.
Nein, schon wieder nix mit explizit FKK. Aber sicherlich hast Du im Laufe Deines Lebens schon ab und an davon mitbekommen, dass ganz gerne einmal eine Gleichstellung von FKK = Nackt = Exhibitionismus erfolgt. Eine Anzeige wegen FKK wird wohl eher selten erfolgen, aber eine wegen Nacktheit oder Exhibitionismus schon eher, auch wenn die angezeigte Person nur Anhänger der Freikörperkultur ist. Ein böser Mensch, der hier Zusammenhänge sieht.

Stephan

riedfritz
Beiträge: 1760
Registriert: 17 März 2008 14:40
Wohnort: Rieden

Beitrag von riedfritz » 18 Mai 2013 18:31

Nackedey hat geschrieben:dass ganz gerne einmal eine Gleichstellung von FKK = Nackt = Exhibitionismus erfolgt.
Der von Dir genannte Link interessiert mich nicht, weil wir über FKK und Nacktheit und nicht über Sexualstrafrecht diskutieren!
Auch Dir sollte klar sein, dass " FKK = Nackt = Exhibitionismus " meilenweit von Vergewaltigung entfernt ist. Wer diese Unterschiede (auch im Strafrahmen!) nicht erkennt und alles in einen Topf wirft, mit dem kann man wohl kaum sachlich diskutieren.

Im übrigen kann ich mir nicht vorstellen, dass Caro ihren Satz mit hoheitlichem Einschreiten so gemeint hat, wie er von Euch interpretiert wird.

Schließlich gibt es keine gesetzliche Handhabe, gegen Schwarze oder *** oder **** vorzugehen, die müsste erst einmal durch den Bundestag geschaffen werden.


Viele Grüsse,

Fritz

Benutzeravatar
Puistola
Beiträge: 5271
Registriert: 16 Oktober 2007 20:48
Wohnort: Nicht weit vom Alpstein

Beitrag von Puistola » 18 Mai 2013 18:45

riedfritz hat geschrieben: Schließlich gibt es keine gesetzliche Handhabe, gegen Schwarze oder *** oder **** vorzugehen, die müsste erst einmal durch den Bundestag geschaffen werden.
Wieso das?

Gewissse Richter behaupten, "Nackt sein" sei eine Handlung, die geeignet sei, die Allgemeinheit zu belästigen und die öffentliche Ordnung zu belästigen.

Warum nicht mit gleichem "Recht" behaupten, wer "Sonntags Wäsche aufhänge", "Schwarz sei", "Jude sei", "Donnerstag Abends rasenmähe", "Schwul sei", "Burka trage", "Christ oder Atheist sei" oder "Frauen, die Hosen tragen", "Männer, die Frauenkleider tragen" begehen Handlungen, die geeignet seien, die ...
Im Gesetz steht mit keinem Wort, was denn da missbilligt werden soll. Entweder ist das im Ermessen der Ordnungsbeamten und Richter, oder dieser § ist inhaltslos.

Der Fantasie vorurteilsbelasteter Ordnungsbeamter und Richter ist keine Grenze gesetzt, solange nicht höchste Richter diesem gespenstischen Tun ein Ende setzen.

Puistola



Zur Erinnerung:
OWiG § 118 hat geschrieben:(1) Ordnungswidrig handelt, wer eine grob ungehörige Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Allgemeinheit zu belästigen oder zu gefährden und die öffentliche Ordnung zu beeinträchtigen.

riedfritz
Beiträge: 1760
Registriert: 17 März 2008 14:40
Wohnort: Rieden

Kleiner Unterschied

Beitrag von riedfritz » 18 Mai 2013 19:15

Ordnungswidrig handelt, wer eine grob ungehörige Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Allgemeinheit zu belästigen oder zu gefährden
Danke für das Zitat: Schwarzer, Jude, ***, ****, oder was weiß ich, sein, ist keine Handlung, deshalb auch nicht strafbar!

Nackt in ein Kaffee setzen ist eine Handlung!


Viele Grüsse,

Fritz
Zuletzt geändert von riedfritz am 18 Mai 2013 19:19, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
skyfire
Beiträge: 1073
Registriert: 12 April 2009 10:27
Wohnort: Tief im Westen

Beitrag von skyfire » 18 Mai 2013 19:18

Nein, Fritz.
Das ins Kaffee setzen ist eine Handlung.
Das nackt sein genausowenig wie das schwarz, Jude, Mann, Frau, sonstwas sein, nicht.

Benutzeravatar
Puistola
Beiträge: 5271
Registriert: 16 Oktober 2007 20:48
Wohnort: Nicht weit vom Alpstein

Re: Kleiner Unterschied

Beitrag von Puistola » 18 Mai 2013 19:26

riedfritz hat geschrieben: Nackt in ein Kaffee setzen ist eine Handlung!
Ja, das ist eine Handlung.
genauso wie "Sonntags Wäsche aufhängen", "Schwarzer setzt sich vorn im Bus hin", "Jude trägt öffentlich die Kippa", "Donnerstag Abends rasenmähen", "Schwule küssen sich", "Burka tragen im Supermarkt", oder "Frauen, die Hosen tragen setzen sich in Kaffee", "Männer tragen Frauenkleider vor Nachtclub".


Ob diese Handlungen "grob ungehörig" seien, ist eine subjektive Wertung, somit im Gesetz, das Bestimmtheit verlangt, nicht festgehalten.

Puistola

nackedey
Beiträge: 335
Registriert: 02 Mai 2005 13:39

Beitrag von nackedey » 18 Mai 2013 19:43

@liesfritz
riedfritz hat geschrieben:
Nackedey hat geschrieben:dass ganz gerne einmal eine Gleichstellung von FKK = Nackt = Exhibitionismus erfolgt.
Der von Dir genannte Link interessiert mich nicht, weil wir über FKK und Nacktheit und nicht über Sexualstrafrecht diskutieren!
Nacktheit wird aber von vielen als Sexualität aufgefasst, nein, damit Du es verstehst: Für mich haben FKK und Nacktheit nichts mit Sexualität zu tun. Ich schrieb nur, dass ganz gerne einmal eine Gleichstellung von FKK = Nackt = Exhibitionismus erfolgt, ich schrieb nicht, dass dies meine Ansicht ist.
riedfritz hat geschrieben:Auch Dir sollte klar sein, dass " FKK = Nackt = Exhibitionismus " meilenweit von Vergewaltigung entfernt ist. Wer diese Unterschiede (auch im Strafrahmen!) nicht erkennt und alles in einen Topf wirft, mit dem kann man wohl kaum sachlich diskutieren.
Auch das wirst Du mir nicht glauben: Ich weiß, dass diese Gleichstellung falsch ist.
riedfritz hat geschrieben:Im übrigen kann ich mir nicht vorstellen, dass Caro ihren Satz mit hoheitlichem Einschreiten so gemeint hat, wie er von Euch interpretiert wird.
Ich weiß nicht, was Caro gemeint hat, ich versuche nur zu verstehen, was sie schrieb. Im Gegensatz zu Dir interpretiere ich nicht in Texte etwas rein, von dem ich meine, dass der/die Schreibende gemeint haben könnte, möglichst so, dass es meinen Ansichten widerspricht. Ich versuche mich an den Wortlaut zu halten. (Ob mir das immer gelingt, wage ich zu bezweifeln.)
riedfritz hat geschrieben:Schließlich gibt es keine gesetzliche Handhabe, gegen Schwarze oder *** oder **** vorzugehen, die müsste erst einmal durch den Bundestag geschaffen werden.
Es gibt auch keine gesetzliche Handhabe, gegen Nackte vorzugehen, die müsste erst einmal durch den Bundestag geschaffen werden.
Caro hat geschrieben:Und wenn nun jemand ein hoheitliches Einschreiten gegen diesen Nacktwanderer fordert?

Dann verstehe ich das. Und trage es nicht mit, weil es mein Anliegen ist, sondern weil ich einfach die Notwendigkeit von Regeln verstehe und dahinterstehe, dass es solche gibt und sie durchgesetzt werden.
Und hier wird klar formuliert, dass das hoheitliche Einschreiten gegen Nacktwanderer, bei entsprechender Forderung, entsprechende (meines Wissens nach nicht existierende) Regeln durchsetzt.
In welchem Umfang sind jetzt zu dieser Ansicht Analogien zulässig, wann sind sie nicht mehr zulässig. Mir ist durchaus klar, dass die von Klaus eingeworfene Zuspitzung übertrieben ist und nicht gutgeheißen wird. Aber wo ist denn nun die Grenze?
Puistola hat ein paar schöne und aberwitzige Beispiele genannt und ein paar, die wir sicherlich als absolut widersinnig und/oder menschenverachtend bezeichnen könnten oder besser müssen und ihre Umsetzung zu verhindern ist.

Stephan

PS:
Du brauchst nicht mehr zu antworten, Du stehst bei mir auf der Ignoreliste. Wäre Dir dankbar, wenn Du mich auf Deine Ignoreliste aufnehmen könntest.
riedfritz hat geschrieben:mit dem kann man wohl kaum sachlich diskutieren.
In anbetracht dessen gehe ich davon aus, dass Du mit dieser Regelung einverstanden bist.

PPS:
Das Leben besteht aus mehr als nur FKK und Nacktheit. Die Welt um uns herum nimmt dies zum Teil deutlich anders war, als wir und nimmt die Trennung von FKK, Nacktheit, Exhibitionismus und Sexualität nicht vor.
Dann schau doch mal mit einer Suchmaschine Deiner Wahl nach dem Begriff FKK. Wieviele Suchergebnisse befassen sich tatsächlich mit dem Thema FKK und wieviele mit Sexualität, wobei vorgegeben wird, es handele sich um FKK.

PPPS:
Auch wenn Dich das Sexualstrafrecht nicht interessiert, läufst Du als Nackter immer wieder Gefahr, dass es auf Dich angewandt wird, weil andere der Meinung sind, es gäbe einen Zusammenhang, auch wenn sich dieser Zusammenhang für Dich nicht erschließt und Du die Anwendung des Sexualstrafrechtes für FKK und Nacktheit für absurd hälst.

PPPPS.
Nacktsein ist genausowenig eine Handlung, wie angezogen sein.
An- und ausziehen sind Handlungen, danach befindet man sich im Zustand nackt oder bekleidet.

Kantianer
Beiträge: 419
Registriert: 28 August 2010 20:24
Wohnort: Altbayern

Beitrag von Kantianer » 19 Mai 2013 07:29

Caro hat geschrieben
Sondern eigentlich ein selbstverständlicher, kulturhistorisch entwickelter Konsens, in den man als Mitglied unserer Gesellschaft schlicht hineinwächst und von dem man geprägt wird, den man entsprechend kennt und versteht, ohne überhaupt großartig nachdenken zu müssen.

Was ja nicht ausschließt, dass man sich im Einzelfall immer noch auf eine abweichende Regelung einigen kann. Allerdings: Einigen, nicht anderen seine vermeintlichen "Rechte" aufzwingen!


Das ist eine, der vielen möglichen modernen Erklärungen für das Pfingstfest.

Was bringt so eine Denkart für Vorteile

> Man muss das Schweizerische Bundesgericht nicht bemühen.
> Der Gang zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ist damit überflüssig
> Es müssen keine Polizeibeamten oder Beamte des Ordnungsamtes bezahlt werden, oder aber sie können sinnvollere Aufgaben wahrnehmen.
> Gesetzeskommentare und Auslegungssammlungen sind überflüssig.

> Mit den eingesparten Kosten lassen sich Steuern senken.

Menschen, die vor uns gelebt haben, hatten schon kluge Überlegungen oder mussten sie haben. Denn Resourcen, um Leute abzustellen, die sich mit eigenbrötlerischen Meinungsmachern auseinander setzen mussten um sie in die Schranken zu verweisen, waren nicht vorhanden.

> Lange sinnlose Diskussionen und eine Unzahl unnötiger Forumsbeiträge lassen sich dadurch vermeiden.

Dann Frohe Pfingsten

Benutzeravatar
Puistola
Beiträge: 5271
Registriert: 16 Oktober 2007 20:48
Wohnort: Nicht weit vom Alpstein

Konformität oder Recht

Beitrag von Puistola » 19 Mai 2013 08:40

Kantianer hat geschrieben:
> Man muss das Schweizerische Bundesgericht (BGer) nicht bemühen.
> Der Gang zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ist damit überflüssig
> Es müssen keine Polizeibeamten oder Beamte des Ordnungsamtes bezahlt werden, oder aber sie können sinnvollere Aufgaben wahrnehmen.
> Gesetzeskommentare und Auslegungssammlungen sind überflüssig.

> Mit den eingesparten Kosten lassen sich Steuern senken.

Menschen, die vor uns gelebt haben, hatten hatten schon kluge Überlegungen oder mussten sie haben.
Ja, diese Menschen "hatten schon kluge Überlegungen":
Sie haben eine Rechtsordnung geschaffen und Mittel, diese durchzusetzen.
Also ist es richtig, von dieser Rechtsordnung gebrauch zu machen, was im
übrigen auch das CH-BGer anerkannt hat. Da seine "Berufung nicht von
Vornherein aussichtslos war" hat es Petrullo die kostenfreie Rechtspflege
zuerkannt. Der Streit, was Recht sei, spaltete das Gericht, also kein
"Pfingsterlebis", sondern ein Abbild dessen, was draussen in der
Gesellschaft geschieht: Von Dumpfrechts über Rechts und Liberal bis Links.

Wenn Du, glaubst, mithilfe des "Pfingsterlebnisses" auf Gesetzeskommentare
und Auslegungssammlungen verzichten zu können, solltest Du nicht nur
ein Modell einer selbstregulierenden Konsensgesellschaft vorschlagen,
sondern zeigen, dass diese irgendwann und irgendwo einmal existiert habe.
Ich wäre der Erste, der eine real funktionierende Anarchie begeistert
empfangen würde.

Doch konformistischen Gesellschaften beruhten immer auf dem Ausschluss
von Minderheiten und Andersdenkenden, denen Rechte von Grund auf entzogen
wurden, von der Diskriminierung Ungetaufter bis hin zum industriell organisierten
Massenmord.


Die Frage, ob nacktes Wandern im Kanton Appenzell-Ausserrhoden "grob
unanständig" sei, ist vom Gesetz, das einst von der Landsgemeinde per Handmehr
beschlossen worden war, nicht zu beantworten, weil es eben nicht drinsteht.
Wir bemühen daher die von der Gesellschaft geschaffenen Mittel,
um herauszufinden, ob diesbezüglich Richterrecht zulässig sei.
Inzwischen halten wir uns an das, was das BGer zu wissen glaubt:
Wir bedecken in AR unseren "Intimbereich", ganz im Sinne des vom BGer
definierten Konsens.

Man glaubt doch nicht im Ernst, dass wir damit mit unseren Gegenern
dumpf-christlich-abendländischer Natur ein "Pfingsterlebnis" teilen? He!
Sollen wir etwa in Edelweisshemden und dunkelbraunen Wollhosen wandern?


Die Richtschnur für die freie Gesellschaft ist nicht der Konsens in Konformität,
sondern der Konsens im Recht.
Auch am Pfingstmontag.

Puistola


Ah, noch was:
Mit dem Steuersparargument könnte man die Gerichte gleich ganz
abschaffen und das Recht dem Innenminister anvertrauen.
Ganz, wie der Kurt Fischer das sieht ...

20°C

zum thema

Beitrag von 20°C » 21 Mai 2013 13:44

in der grünanlagensatzung der stadt dresden, die wohl auch für den großen garten gilt, gibts übrigens keine erwähnung des nacktsonnens

Benutzeravatar
Pan meets Lilith
Beiträge: 15054
Registriert: 24 Februar 2005 16:56
Wohnort: EUdSSR

Beitrag von Pan meets Lilith » 21 Mai 2013 15:19

Bitte mach noch jemand das i weg im dskret / diskret der Überschrift. Ich hab da immer so Augenschmerz von. Vielen Dank, vorab. (Es ist mir unbegreiflich, dass ich der einzige sein solle, dem das physisch WEH TUT!)



Ob das "diskret" sein muss oder soll, ja oder nein, sei mal dahingestellt. Aber eigentlich finde ich das nackte Sonnen in Parks / Grünanlagen sehr sinnvoll. Ich denke nämlich gerade: Die Mehrzahl der Menschen lebt in Deutschland im städtischen Raum. Das heißt: Wohnung statt Haus mit Garten, und ALLENFALLS Balkon (was AUCH noch nicht sicher ist).

Insofern wäre die Nacktheit zwecks Entspannung ein Privileg ländlich in Häusern mit Garten lebender Bevölkerungskreise. Da könnte man - zwar politisch-korrekt -> ARRGGHH! - mit einem Verstoß gegen einen Gleichheitsgrundsatz argumentieren.

Gegenüber Frauen ließe sich eine Art "Häßlichkeitsbescheinigung" behördlich einholen, damit im weiblichen Falle sichergestellt ist, dass keine Tumulte befürchteter Geilheit Dritter auftreten. Männern könnte man öffentliche Entspannungsnacktheit in Parks altersunabhängig gestatten, da Männer bekannterweise nicht als Eros-Wesen von der Allgemeinheit dechiffriert werden (Und BITTE jetzt nicht schon wieder das Argument mit den Schwulen. Es ist - und BLEIBT - eine, wenn auch RELATIV große - MINDERHEIT).


Ein anderer Gedanke wäre, die Entspannungsnacktheit von Männern (gering) behördlich zu bepreisen, ähnlich dem Besuch eines städtischen Schwimmbads. Der Gedankengang hierbei wäre: Es entsteht der Gesamtbevölkerung ja ein NACHTEIL, da es sich bei Männern eben NICHT um erotisch dechiffrierbare Wesen handelt.

Hiermit wäre dann ein Ausgleich geschaffen zwischen der Interessenslage des Hoheitsstaates ("keine Tumulte wegen entstehender Geilheit durch nackte Frauen" -> zwar veraltet, da wir nicht MEHR in der Adenauer-Republik leben und NOCH nicht im Islam) und der Interessenslage der Bevölkerung ("Möglichst viele nackte Weiber! Am besten jung und gutaussehend!") Beide Geschlechter mögen ja nackte Frauen, da sich Frauen gern (emotional, nicht physisch!) an anderen Frauen reiben - und Männer eben auch gern Lebensqualität haben, sei es z.B. eine optische.

Hiermit sähe die Bewilligungslage dann SO aus:

1. Männer: öffentliche Sonnenbad-Nacktheit gegen z.B. Monatskarte
2. häßliche Frauen: kostenlose öffentlichen Sonnenbadnacktheit
3. hübsche, junge Frauen: Verbot öffentlicher Sonnenbadnacktheit

4. Für den Verlust des Lebensqualität sichernden Anblicks hübscher nackter Frauen wird die Bevölkerung (Steuerzahler) entschädigt durch die Gebührenerhebung gegenüber den nackten Männern.

ISt das jetzt mal eine konstruktive Idee, ja oder nein?

Gesperrt