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Nackidei
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Beitrag von Nackidei » 25 Oktober 2014 12:55

Klaus_59 hat geschrieben:Und ich frag mich immer, wer diese ganzen Tatort-Sendungen guckt. Vergeht ja kaum ein Tag, an den nicht so 2 bis 3 Folgen kommen. Tatort und Krimiserien allgemein sind nicht so mein Ding. Das ist mir zu normal, zu realistisch, zu echt. Das Leben ist ja auch schon so echt, da guck ich mir doch lieber mal was Irreales an. Der Mensch braucht auch mal Abwechslung ...
Tatort ist irreal. Wenn ich an den Tatort vom 11. Oktober denke ("Im Schmerz geboren")... 47 Tote in einer Folge. Das ist dir zu normal? Für mich ist fast die gesamte Tatort-Serie im Verlauf der vergangenen ~15 Jahren zu einer Horror-Reihe nach amerikanischem Vorbild verkommen, die mit der Realität rein gar nichts mehr zu tun hat. Nur mit einem wird bei uns gespart: Es gehen nicht ständig bei einem Autocrash Autos in Flammen auf oder explodieren.
Aber es gibt bei der Tatort-Serie auch Ausnahmen. So mag ich z.B. den Kieler Tatort mit Hauptkommissar Klaus Borowski oder den "Anti-Tatort" aus Münster mit Boerne und Thiel.

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Nackidei
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Beitrag von Nackidei » 25 Oktober 2014 13:15

Pan meets Lilith hat geschrieben:
Thiel und Boerne aus Münster sind aber auch nicht schlecht.
Naja, m.E. zu geWOLLT, zu zwanghaft auf den (schwarzhumorigen) Gag kapriziert. Schön am "Münster-Tatort" finde ich weniger die von Jan Josef Liefer gespielte Figur (m.E. übersteuert) als die beiden Frauenfiguren: die kleinwüchsige Assistentin und die vermännlichte Staatsanwältin mit der zutiefst rauchigen Stimme. DIE beiden Figuren HABEN was, auch deshalb, weil sie in einen angenehm politisch-UNkorrekten Kontext gesetzt sind.
Am sympatischsten war mir die münsteraner Staatsanwältin, als sie in einer Folge im Bademantel aus dem Schlafzimmer von Thiels Vater kam und diesem vollkommen .....................im vorbeigehen sagte: "Ich bin schließlich auch nur ein Mensch". Köstlich!
Ich wähle bei "Tatorten" jedenfalls äußerst gezielt aus.(...) Andrea Sawatzki spielt nicht mehr im Tatort, oder? Schade, die Frau hatte was! Und war auch gut kombiniert mit ihren männlichen Konterparts.
Die Frau wirkt mir einfach zu depressiv. Als Chef hätte ich der ne Kur angeraten.
Fernziel in der Auswahl: Selektion. Scheiße zu Scheiße. Qualität zu Qualität. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen.
Wie denkst du denn über den Bodensee-Tatort mit dem Team Klara Blum und Kai Perlmann? Die beiden so gegensätzlichen Charaktäre, die sich dennoch auf einzigartige Weise ergänzen, gefallen mir auch.

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Aria
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Beitrag von Aria » 25 Oktober 2014 17:42

Klaus_59 hat geschrieben:Und ich frag mich immer, wer diese ganzen Tatort-Sendungen guckt. Vergeht ja kaum ein Tag, an den nicht so 2 bis 3 Folgen kommen. Tatort und Krimiserien allgemein sind nicht so mein Ding. Das ist mir zu normal, zu realistisch, zu echt.
Nein, Klaus, so viele Morde, wie jeden Tag im Fernsehen gezeigt werden, geschehen in ganz Deutschland nicht. Das hat nichts mit der Realität zu tun, sondern mit der Langweile im Land. Es geschieht bei uns real zu wenig Nervenkitzelndes, also muss das Fernsehen das bringen – ganz einfach.

Im WK II. haben die Nazis lauter Film-Komödien gebracht, denn Tod und Vernichtung haben die Leute tagtäglich real erlebt. Gefragt ist immer das Gegenprogramm zur Realität. Siehe z.B. auch die jungen Männer, die nicht nur wegen des Glaubens nach Syrien gehen, um dort für IS zu kämpfen, sondern auch wegen Abenteuer, die sie dort erwarten.

Klaus_59
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Beitrag von Klaus_59 » 25 Oktober 2014 17:54

Nackidei hat geschrieben:Tatort ist irreal. Wenn ich an den Tatort vom 11. Oktober denke ("Im Schmerz geboren")... 47 Tote in einer Folge.
Nun, ich bin natürlich nicht auf dem neusten Stand, weil ich es ja nicht gucke. Vielleicht sollte ich es dann mal versuchen :)
Aria hat geschrieben:Es geschieht bei uns real zu wenig Nervenkitzelndes
Das sehe ich allerdings ganz anders.

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Aria
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Beitrag von Aria » 25 Oktober 2014 18:13

Klaus_59 hat geschrieben:
Aria hat geschrieben:Es geschieht bei uns real zu wenig Nervenkitzelndes
Das sehe ich allerdings ganz anders.
Ja? :shock: Was und wo?

Klaus_59
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Beitrag von Klaus_59 » 25 Oktober 2014 19:18

Aria hat geschrieben:
Klaus_59 hat geschrieben:
Aria hat geschrieben:Es geschieht bei uns real zu wenig Nervenkitzelndes
Das sehe ich allerdings ganz anders.
Ja? :shock: Was und wo?
Ich finde das Leben schon ziemlich nervenkitzelnd, was da so alles geschieht ... Wie oft ich schon gedacht, das wahre Leben ist schlimmer, als im Film.

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Nackidei
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Beitrag von Nackidei » 25 Oktober 2014 21:10

Tolle Alternative für diejenigen, denen Tatort zu blutrünstig, realistisch, unrealistisch oder sonstwas ist: "Die Olsenbande" aus Dänemark. Gerade lief auf MDR die Folge "Die Olsenbande ergibt sich nie". Ein Krimi ohne Tote. Ich habe dabei aber eine ganze Flasche Spätburgunder gebraucht...

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Pan meets Lilith
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Beitrag von Pan meets Lilith » 26 Oktober 2014 16:49

Aria hat geschrieben:
Klaus_59 hat geschrieben:Und ich frag mich immer, wer diese ganzen Tatort-Sendungen guckt. Vergeht ja kaum ein Tag, an den nicht so 2 bis 3 Folgen kommen. Tatort und Krimiserien allgemein sind nicht so mein Ding. Das ist mir zu normal, zu realistisch, zu echt.
Nein, Klaus, so viele Morde, wie jeden Tag im Fernsehen gezeigt werden, geschehen in ganz Deutschland nicht. Das hat nichts mit der Realität zu tun, sondern mit der Langweile im Land. Es geschieht bei uns real zu wenig Nervenkitzelndes, also muss das Fernsehen das bringen – ganz einfach.

Im WK II. haben die Nazis lauter Film-Komödien gebracht, denn Tod und Vernichtung haben die Leute tagtäglich real erlebt. Gefragt ist immer das Gegenprogramm zur Realität. Siehe z.B. auch die jungen Männer, die nicht nur wegen des Glaubens nach Syrien gehen, um dort für IS zu kämpfen, sondern auch wegen Abenteuer, die sie dort erwarten.
An DIESER Stelle würde ich dir wieder zustimmen wollen, Aria. So sehe ich das auch. Wobei sich das "ereignisarme Leben in Deutschland" schnell und auch für größere Bevölkerungskreise ändern kann, wenn die Muslims hier so weitermachen. Offenbar sehen die Bullen ja keinen Handlungsbedarf - oder haben rechtliche keine Handlungsbefugnis. Andernfalls würde es Gruppen wie den Hells Angels (und Co.) kaum gelingen, sich zunehmend als Kämpfer für einen Säkularstandort Deutschland zu inszenieren.
Bei der Bundeswehr werden übrigens gerade mal wieder Mittel zusammengestrichen. Offenbar ist sie dann auch in ihrer neueren Berufsarmee-Version "dazu da, um den Feind ein wenig aufzuhalten, bis richtiges Militär kommt." Die Kohle geht halt jetzt für die ganzen Kita-Plätze drauf, und für die Vereinbarkeit von Säugen und Töten, da kann man ja nicht mehr Waffensysteme funktionstüchtig halten.

Irgendwie wartet man ja schon auf den Tag, wo man von einem vollbärtigen Türken in Polizeiuniform angehalten wird, der einem dann verkündet, man sei nach den Regeln der Scharia derart falsch gefahren, dass man neben den zwei Punkten in Flensburg auch noch ne Hand abgehackt bekommt, weil das ja auch in Saudi-Arabien so sei.

An DIESEM Tag steht dann fest, dass es geNUG "Erlebnis in Deutschland" gibt. Da braucht sich dann keiner mehr über "Langeweile" zu beklagen.

@nackidei:
Also, zur Schauspielerin Andrea Sawatzki. Doch, ich find die einfach gut. Und, wie gesagt: wer mit so einem (subjektiv, okay) Arschgesicht wie Christian Berkel verheiratet ist, der MUSS ja depri werden. Ich kann die arrogante Fresse von diesem Typ definitiv nicht leiden. Der Heinz hat irgendwie ne Oberlehrerfresse. Nicht ne verweiblichte Luschenfresse wie bei diesem Brandt, sondern eben ne arrogante Oberlehrerfresse. (Andere Qualität des Schlechten).

@aria:
Es geschieht bei uns real zu wenig Nervenkitzelndes, also muss das Fernsehen das bringen – ganz einfach.
... übrigens ne kleine Schwäche deiner These: Jeder sogar deutsche Billigfilm aus den 70-ern (von den damals noch teils großartigen US-amerikanischen Produktionen der Premiumklasse ganz zu schweigen) hatte MEHR Nervenkitzel als das, was als "Schwedenkrimi" neben den einschlägigen Show, Reality- und Rateshows das heutige TV-Programm auf allen Kanälen zumüllt.
Wenn man sich HEUTE gut unterhalten will, liest man längst wieder Buch, guckt ganz SICHER kein "Fernsehen". Was lief an bemerkenswerten Produktionen in den letzten fünf, sechs, sieben Jahren im TV? Kann man an einer Hand abzählen. Tatort "Weil sie böse sind" (Frankfurt? Wiesbaden?), Bluthochzeit, die Verfilmung von "Tannöd". Mehr fällt mir auf Anhieb beim besten Willen nicht ein.

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Aria
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Beitrag von Aria » 26 Oktober 2014 20:01

Pan meets Lilith hat geschrieben:Jeder sogar deutsche Billigfilm aus den 70-ern (von den damals noch teils großartigen US-amerikanischen Produktionen der Premiumklasse ganz zu schweigen) hatte MEHR Nervenkitzel als das, was als "Schwedenkrimi" neben den einschlägigen Show, Reality- und Rateshows das heutige TV-Programm auf allen Kanälen zumüllt.
Natürlich sind nicht alle Schwedenkrimis gut, aber in der Regel sind sie besser als die deutschen Krimis. Weil sie sich mehr trauen. Und sie trauen sich mehr, weil sie schon länger im Frieden leben als wir. Sprich: Denen ist schon länger langweilig als uns. :D

Ich behaupte, eine Trilogie wie die des Autors Stieg Larsson, hätte man in Deutschland nicht verfilmen dürfen. Wegen zu viel Gewalt und vor allem, weil da der Staat zu schlecht wegkommt – siehe dazu den Link im Threaderöffnungsposting. Ebenso kann man so etwas wie „Nikita“ bei uns nicht bringen, denn natürlich beschäftigen nur Franzosen, Italiener oder Engländer Killer, die im Auftrag des Staates morden. :D

Bei uns tut der Staat nichts Unrechtes und die Guten siegen immer. Jedenfalls in Film und Fernsehen. In der Realität aber mordet eine Nazigruppe 10 Jahre lang unentdeckt quer durch Republik und der Staat ist angeblich die ganze Zeit ahnungslos. Und als das herauskommt, verschwinden Dokumente oder werden geschwärzt und Geheimdienstler lügen oder dürfen nicht aussagen. Ich behaupte, diese mordenden Nazis hatten entweder Rückendeckung der Straftatverfolgungsbehörden oder diese Behörden sind tatsächlich so unfähig, wie sie sich bisher in dieser Sache präsentierten. :roll:

Aber das in einem Krimi zu verarbeiten und im Fernsehen zu zeigen wird nicht möglich sein, weil man ja keine Beweise hat. Und selbst wenn man sie hätte, unser Persönlichkeitsrecht verbietet es, Personen ins schlechte Licht zu rücken – weil die ein Recht auf Vergessen haben; man darf bei uns nicht einmal die rechtmäßig verurteilten Personen wiedererkennbar in den Medien erwähnen. :shock:

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