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Dokumente des gesellschaftlichen Wandels
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  Autor    Thread Dieses Forum ist gesperrt, Du kannst keine Beiträge editieren, schreiben oder beantworten. Dieses Thema ist gesperrt, Du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.
Aria



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Anmeldungsdatum: 24.01.2012
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Dokumente des gesellschaftlichen Wandels

Dies soll ein Thread werden, in dem gesellschaftliche Veränderungen dokumentiert werden.

Es besteht wohl kein Zweifel mehr: Die Gesellschaft wird wieder konservativer, regelfreudiger. Und das in allen Bereichen des Lebens. Das sieht man nicht nur an der Gesetzgebung – Beispiel: Bilder von nackten Kindern (ohne geschlechtsbetonten Haltung) können jetzt als Pornografie gewertet und der Handel damit bestraft werden -, sondern auch an solchen Dingen, wie jetzt in der Schweiz passiert: Dresscode für Lehrer – Zitat aus der Süddeutschen vom 23. November 2014:

Zitat:
In Kreuzlingen will man dem modischen Schlendrian nun mit einem Dresscode zu Leibe rücken. Jeroen van Rooijen hat mit den Pädagogen der Schule ein Regelwerk erarbeitet. Fast jede Frage, die man sich morgens vor dem Kleiderschrank stellen kann, wird darin mit großer Ernsthaftigkeit beantwortet. So heißt es etwa unter dem Punkt Ärmellos: "Spaghettiträger sind ein klares No-Go. Die Träger von Tops oder Kleidern sollen mindestens drei Finger breit sein, wobei auf jeden Fall die Achseln zu rasieren sind."

Beitrag 24 November 2014 20:02 
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Tim007



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Anmeldungsdatum: 29.11.2005
Beiträge: 7783
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Aria, Aria: toll, was Du wieder miteinander kombinierst.

Gerade ist der Gesetzesentwurf über nackte Kinder in entscheidenden Punkten entschärft worden, ist bei Dir von "regelfreudigen" Konservativen die Rede. Geradeso, als steckte dahinter kein SPD-Minister.

Dann wird kurzerhand übersehen, dass es bislang die Grünen waren, die alles und jeden reglementieren und gängeln wollten, von den DDR-Funktionären ganz abgesehen.

Davon einmal abgesehen: Ich finde es ganz in Ordnung, dass Lehrer auch gewisse Formen wahren sollten. In anderen Berufen ist das auch so. Die weitaus meisten machen das auch so.

Beitrag 24 November 2014 20:20 
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Aria



Geschlecht: Geschlecht:weiblich


Anmeldungsdatum: 24.01.2012
Beiträge: 2986
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Tim007 hat folgendes geschrieben::
Ich finde es ganz in Ordnung, dass Lehrer auch gewisse Formen wahren sollten. In anderen Berufen ist das auch so. Die weitaus meisten machen das auch so.

Ah, Du findest es in Ordnung, dass „auf jeden Fall die Achseln zu rasieren sind."? icon_eek.gif

Tim, Tim, wenn das so weiter geht, könnte es noch bös enden.

Beitrag 24 November 2014 21:07 
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guenni



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@ aria,

wieso ist das verbot des handelns mit bildern von nackten kindern oder ein dresscode für lehrer "konservativ"? gerade in deutschland ist doch die politik, gerade auch die cdu, gerade dabei, das konsevative über den haufen zu werfen.

Beitrag 24 November 2014 21:09 
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Eule



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Alter:71

Anmeldungsdatum: 08.07.2009
Beiträge: 1711
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Für mich stellt sich die Frage, was als konservativ gewertet werden soll. Denn unter konservativ verstehe ich nicht ein nach rückwärtz gerichtetes Verhalten.

Und Aria, das was du als konservative Entwicklung bezeichnest, so wie ich dieses deinem Eröffnungsbeitrag entnehme, ist keine neue Entwicklung. Die Rückdrängung der Freizügigkeit läuft schon relativ lang und es wird nicht mehr ausgesprochen lange dauern, dann werden wir wieder eine Kehrtwende in der allgemeinen Ansicht der Dinge erleben. Nur müssen wir die jetzt noch als bedrohlich empfundene technische Entwicklung verarbeiten und bewerten.

Aufgrund der veränderten technischen Möglichkeiten werden wir ein völlig neues Bild auf uns, unseren Körper und unsere Umgebung entwickeln. Der Verlust jeglicher Privatspähre im öffentlichen und im privaten Raum wird also unsere Sicht auf uns und auf unsere Umgebung neu ordnen. Jetzt sind erst einmal viele Menschen von der neuen Situation überfordert und verängstigt. Wir werden jedoch nicht mehr zu der Sorglosigkeit der Hippi-Zeit zurück kehren. Ich hoffe, dass wir dann dem Begriff der Freiheit aus Verantwortung erkennen und verinnerlichen werden. Aber wie gesagt, dieses wird noch etwas dauern.

Beitrag 25 November 2014 01:34 
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Aria



Geschlecht: Geschlecht:weiblich


Anmeldungsdatum: 24.01.2012
Beiträge: 2986
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Okay, „konservativ“ ist vielleicht das falsche Wort. Was ich meine: Ende des 60er, die ganzen 70er und Anfang der 80er Jahre haben wir eine permissive Gesellschaft gehabt. Aber seit der Mitte der 80er, mit der ersten Regierung Kohl, werden die zuvor errungenen Freiheiten sukzessive wieder eingeschränkt.

Als Beispiel habe ich die jüngste Änderung im Sexualstrafrecht genannt, weil sie symptomatisch ist: Dem Gefühl nach gab es in den letzten Jahrzehnten auf diesem Gebiet mindestens 5 Verschärfungen, ohne dass sich zuvor am tatsächlichen Sexualverhalten der Menschen in diesem Land etwas geändert hätte. Trotzdem hat man nicht nur Gesetze verschärft, man hat sogar neue Straftatbestände erfunden. Grund dafür ist das geänderte Empfinden der Menschen für das, was sich gehört bzw. nicht (mehr) gehört. Oder anders gesagt: Die Moral hat sich geändert.

Ich könnte auch auf die Gesetzgebung zum sogenannten Großem Lauschangriff verweisen oder auf die, die nach dem 11.9.2001 erfolgte. Hier erhält man einen Überblick, wie hysterisch man damals reagierte und an Sicherheitsgesetzen herumdokterte. Obwohl die Liste nur den Zeitraum von 2001 bis 2007 umfasst, kann man da sehen, wie in der Folge zu weiteren Gesetzen kam – und NSU trotzdem ungestört weiter morden konnte. Weil die Behörden auf dem rechten Augen blind waren und sind: Statt NSU zu verfolgen, beschattete der Verfassungsschutz die Abgeordneten der LINKEN-Partei. Weil diese – vielleicht wegen der schlechten Erfahrungen - in den Parlamenten regelmäßig für weniger Bürgerkontrolle votierten und votieren?

Es besteht kein Zweifel: Wir sind auf dem Weg zu einem Präventions- und Überwachungsstaat. Diesen Weg zu dokumentieren soll der Zweck dieses Threads sein.

Beitrag 25 November 2014 16:26 
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Bummler



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Beiträge: 2367
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Dokumentieren ist gut. Am besten begleitet mit der Ursachenforschung.
Wobei klar sein dürfte, dass insbesondere der Wandel im Arbeitsleben die wesentliche Rolle spielt. Da wo nichts mehr sicher ist, werden Menschen nach den Umgangsformen suchen, bei denen anscheinend die größten Sicherheiten vorhanden sind.

Knigge, Etikette und Dresscodes sind heutzutage wichtiger als Kenntnisse und Fähigkeiten. Oder wenigstens genau so wichtig. Ich erinnere mich noch daran wie sich mein Sohn auf seine Vorstellungsgespräche vorbereitet hat. Kleidung, Frisör, Deo ...Die jungen Leute üben ja heute Körperspannung und Mimik vor dem Spiegel.

Aber wie gesagt, bei 25 Bewerbern auf einen Job bleibt einem ja auch nichts anderes übrig.

Beitrag 25 November 2014 16:51 
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Aria



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Anmeldungsdatum: 24.01.2012
Beiträge: 2986
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Bummler hat folgendes geschrieben::
Dokumentieren ist gut. Am besten begleitet mit der Ursachenforschung.

Natürlich: Dokumentieren mit Ursachenforschung. Man sollte hier nicht nur fremde Artikel verlinken, sondern auch dazu schreiben, wie man zu den einzelnen Nachrichten/Geschehnissen steht. Es ist ohnehin eine Unsitte, nur einen Link zu posten, ohne was Eigenes dazu zu sagen.


Bummler hat folgendes geschrieben::
Knigge, Etikette und Dresscodes sind heutzutage wichtiger als Kenntnisse und Fähigkeiten. Oder wenigstens genau so wichtig. Ich erinnere mich noch daran wie sich mein Sohn auf seine Vorstellungsgespräche vorbereitet hat. Kleidung, Frisör, Deo ...Die jungen Leute üben ja heute Körperspannung und Mimik vor dem Spiegel.

Aber wie gesagt, bei 25 Bewerbern auf einen Job bleibt einem ja auch nichts anderes übrig.

Dem war schon immer so, Bummler. Bei einem Vorstellungsgespräch ist alles wichtig, selbst wenn sich nur 2 auf eine Stelle bewerben, bekommt bei gleicher Qualifikation derjenige die Stelle, der sich besser präsentiert. Sprich: Sich besser verkauft. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Beitrag 25 November 2014 17:24 
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Bummler



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Beiträge: 2367
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Da regt sich mein Widerspruch. Bei lediglich zwei Bewerbern wird die Präsentation nur dann entscheidend, wenn die Qualifikation gleich ist.
Also ist das Aussehen sekundär. Außerdem wird bei den Bewerbern der Erfolgsdruck wesentlich kleiner sein, weil ja bei nur zwei Bewerbern der Andrang auf solche Stellen eher gering ist. Da kann man dann schon eher mit seinem Können punkten.
Bei zwanzig Bewerbern kann man aber davon ausgehen, dass mehrere Kandidaten die gleiche fachliche Eignung haben, da wird das sekundär und das Aussehen primär.

Wie bei meinen Bewerbungen. Da war das Aussehen auch egal, weil ich die entsprechenden konkurrenzlosen Fähigkeiten vorweisen konnte. Aber ich bin wohl eher die Ausnahme. icon_mrgreen.gif
Na gut, ich gebe zu, dass ich auch noch ganz gut aussehe. Da hätten andere sowieso keine Chance.

Beitrag 25 November 2014 17:42 
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Aria



Geschlecht: Geschlecht:weiblich


Anmeldungsdatum: 24.01.2012
Beiträge: 2986
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Bummler hat folgendes geschrieben::
Da regt sich mein Widerspruch. Bei lediglich zwei Bewerbern wird die Präsentation nur dann entscheidend, wenn die Qualifikation gleich ist.

Du widersprichst, obwohl ich das Kriterium „gleiche Qualifikation“ auch genannt habe? icon_rolleyes.gif

Bummler hat folgendes geschrieben::
Außerdem wird bei den Bewerbern der Erfolgsdruck wesentlich kleiner sein, weil ja bei nur zwei Bewerbern der Andrang auf solche Stellen eher gering ist.

Ein Bewerber weiß in der Regel nicht, wie viel Bewerber es noch gibt.

Glaube mir, Bummler, beim Bewerbungsgespräch kommt es auch auf Kleinigkeiten an - oft auf Dinge an, die mitunter nichts mit dem Beruf zu tun haben. Z.B. auf Hobbies, die man hat und die ev. gut zu den Hobbies der anderen im Team passen. Sich bei Bewerbungen nur auf berufliche Qualifikation/Erfahrung zu verlassen, war und ist zu wenig.

Beitrag 25 November 2014 18:13 
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Ralf-abc
Ehemaliger User










Aria hat folgendes geschrieben::
Dies soll ein Thread werden, in dem gesellschaftliche Veränderungen dokumentiert werden.

Da wüßte ich auch noch eine Veränderung:
1983 sind die Menschen hier in D-Land auf die Straßen gegangen und haben gegen die geplante Volkszählung demonstriert. Was hatten die Leute da für eine Angst, dass Orwells 1984 pünktlich zu diesem Datum Wirklichkeit wird.
Die Proteste hatten damals erfolgt: http://de.wikipedia.org/wiki/Volksz%C3%A4hlungsurteil

Und heute, 30 jahre später, können es die Leute kaum noch erwarten in sozialen Netzwerken auch noch die allerintimsten Details von sich preiszugeben zu dürfen.

Beitrag 25 November 2014 22:34 
 
 
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Eule



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Anmeldungsdatum: 08.07.2009
Beiträge: 1711
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@ Aria
Zitat:
Als Beispiel habe ich die jüngste Änderung im Sexualstrafrecht genannt, weil sie symptomatisch ist: Dem Gefühl nach gab es in den letzten Jahrzehnten auf diesem Gebiet mindestens 5 Verschärfungen, ohne dass sich zuvor am tatsächlichen Sexualverhalten der Menschen in diesem Land etwas geändert hätte. Trotzdem hat man nicht nur Gesetze verschärft, man hat sogar neue Straftatbestände erfunden. Grund dafür ist das geänderte Empfinden der Menschen für das, was sich gehört bzw. nicht (mehr) gehört. Oder anders gesagt: Die Moral hat sich geändert.
Die Politik reagiert immer auf die Reaktionen der Bevölkerung. Wenn die Bevölkerung hysterisch auf einen Vorfall reagiert und nach einer Verschärfung der Gesetze ruft, kommt die Politik diesem Verlangen leider vorschnell nach. Ich denke, dass sich nicht die Moral verändert hat. Es ist in der Bevölkerung eine starke Verunsicherung auszumachen, weil heute alles und jedes mit Handys fotografiert und ins Internet gestellt werden kann. Mit diesen „Gesetzesverschärfungen“ soll der Bevölkerung ein besseres Sicherheitsgefühl vermittelt werden. Per Gesetz kann kein Sexualverhalten tatsächlich verändert werden.

Zitat:
Ich könnte auch auf die Gesetzgebung zum sogenannten Großem Lauschangriff verweisen oder auf die, die nach dem 11.9.2001 erfolgte.
Dieser Vergleich passt hier nicht zum Thema. Auch wenn dieses als Beleg für das Nichtfunktionieren des staatlichen Sicherheitssystem dienen soll, wir bewegen uns hier auf einer völlig anderen Ebene.

Zitat:
Statt NSU zu verfolgen, beschattete der Verfassungsschutz die Abgeordneten der LINKEN-Partei. Weil diese – vielleicht wegen der schlechten Erfahrungen - in den Parlamenten regelmäßig für weniger Bürgerkontrolle votierten und votieren?
Diesen deinen Rückschluss halte ich für falsch. Ebenso teile ich nicht deine Befürchtung, dass wir uns zu einem „Präventions- und Überwachungsstaat“ hin entwickeln. Da der Bereich Politik geschlossen wurde, will ich hier auf diese deine politische Argumentation, die mit dem Eingangsthema wenig gemein hat, nicht weiter eingehen.

Kommen wir auf das Thema der veränderten Moral zurück. Ich habe nicht den Eindruck, dass sich das Verständnis für die moralischen Werte verändert hat. Nur gelten diese grundsätzlich für die anderen Menschen, ‚man will ja nicht zu kurz kommen‘. Die Selbstverpflichtung zur Einhaltung der als richtig angesehenen Werte ist verloren gegangen, größtenteils. Warum soll ich mich an diesen Wertekanon halten, wenn die Anderen es auch nicht tun? Hier sehe ich das eigentliche Problem, neben dr oben beschriebenen Verunsicherung.

Beitrag 26 November 2014 01:56 
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Aria



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Ralf-abc hat folgendes geschrieben::
Und heute, 30 jahre später, können es die Leute kaum noch erwarten in sozialen Netzwerken auch noch die allerintimsten Details von sich preiszugeben zu dürfen.

Ja, das ist ein Phänomen, das kaum zu verstehen ist: Dass Leute heute keine Angst mehr haben, ihre Daten könnten eines Tages gegen sie verwendet werden, ist entweder Leichtsinn oder Fatalismus. Ich schätze, es sind die gleichen Menschen, die auch die Videoüberwachung öffentlicher Plätze mit hochauflösenden Kameras positiv gegenüber stehen. Es erhöhe ihre Sicherheit, sagen sie, dafür verzichten sie gerne auf ein weiteres Stück ihrer Privatsphäre.

Aber die Folge wird sein: „Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“ (Benjamin Franklin zugeschrieben)


Eule hat folgendes geschrieben::
Aria hat folgendes geschrieben::
Als Beispiel habe ich die jüngste Änderung im Sexualstrafrecht genannt, weil sie symptomatisch ist: Dem Gefühl nach gab es in den letzten Jahrzehnten auf diesem Gebiet mindestens 5 Verschärfungen, ohne dass sich zuvor am tatsächlichen Sexualverhalten der Menschen in diesem Land etwas geändert hätte. Trotzdem hat man nicht nur Gesetze verschärft, man hat sogar neue Straftatbestände erfunden. Grund dafür ist das geänderte Empfinden der Menschen für das, was sich gehört bzw. nicht (mehr) gehört. Oder anders gesagt: Die Moral hat sich geändert.
Die Politik reagiert immer auf die Reaktionen der Bevölkerung. Wenn die Bevölkerung hysterisch auf einen Vorfall reagiert und nach einer Verschärfung der Gesetze ruft, kommt die Politik diesem Verlangen leider vorschnell nach. Ich denke, dass sich nicht die Moral verändert hat.

Nein? Das sehe ich anders: Wenn plötzlich Bilder nackter Kinder zu Pornografie erklärt werden können und das von der Bevölkerung als gut erachtet wird, dann hat sich eindeutig das Moralempfinden dieser Bevölkerung verändert. In Fakt gibt es schon seit längerem keine Bilder nackter Kinder in der Öffentlichkeit zu sehen, selbst Kunstausstellungen werden diesbezüglich zensiert. Es ist mittlerweile so, als ob nackte Kinder per se Porno wären.

Eule hat folgendes geschrieben::
Per Gesetz kann kein Sexualverhalten tatsächlich verändert werden.

Das habe ich auch nicht gesagt. Lese bitte das obige Zitat noch einmal – habe das entscheidende Wort extra fett hervorgehoben.


Eule hat folgendes geschrieben::
Aria hat folgendes geschrieben::
Ich könnte auch auf die Gesetzgebung zum sogenannten Großem Lauschangriff verweisen oder auf die, die nach dem 11.9.2001 erfolgte.
Dieser Vergleich passt hier nicht zum Thema. Auch wenn dieses als Beleg für das Nichtfunktionieren des staatlichen Sicherheitssystem dienen soll, wir bewegen uns hier auf einer völlig anderen Ebene.

Natürlich passt das zum Thema, denn durch diese Gesetzgebung wurden die durch Verfassung garantierten Bürgerrechte abermals massiv eingeschränkt. Das ist geradezu ein klassisches Dokument des Wandels von einem permissiven zu einem Präventions- und Überwachungsstaat.

Beitrag 26 November 2014 14:10 
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Eule



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@ Aria
Zitat:

Eule hat folgendes geschrieben::
Zitat:

Per Gesetz kann kein Sexualverhalten tatsächlich verändert werden.


Das habe ich auch nicht gesagt. Lese bitte das obige Zitat noch einmal – habe das entscheidende Wort extra fett hervorgehoben.
Ich habe mich auf folgenden Satz bezogen:
Zitat:
Als Beispiel habe ich die jüngste Änderung im Sexualstrafrecht genannt, weil sie symptomatisch ist: Dem Gefühl nach gab es in den letzten Jahrzehnten auf diesem Gebiet mindestens 5 Verschärfungen, ohne dass sich zuvor am tatsächlichen Sexualverhalten der Menschen in diesem Land etwas geändert hätte.
Hier beziehst du dich auf die Veränderungen im Sexualstrafrecht, wobei selbst 5 Verschärfungen keine Änderungen im Sexualverhalten der Bevölkerung erbracht hätten.

Du gehst nach wie vor von einer Veränderung der Moral aus. Diese veränderte Moral wird nach deinen Worten einen Überwachungsstaat herbei führen. Ich kann deine Sorge verstehen, teile sie aber nicht. Denn ich sehe die Ursache für das veränderte und teilweise hysterische Verhalten von Teilen der Bevölkerung nicht in einem veränderten Moralverständnis, sondern in einer großen Verunsicherung aufgrund des technisch verursachten Verlustes der Privatsphäre. Diesen Gedankengang nimmst du, warum auch immer, nicht wahr. Auch wenn ich nicht erwarte, dass du meinen Gedankengang übernehmen solltest, so müsstest du dich mit diesem mal beschäftigen und deine Meinung dazu äußern.

Beitrag 26 November 2014 19:54 
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Aria



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Anmeldungsdatum: 24.01.2012
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Eule hat folgendes geschrieben::
Aria hat folgendes geschrieben::
Als Beispiel habe ich die jüngste Änderung im Sexualstrafrecht genannt, weil sie symptomatisch ist: Dem Gefühl nach gab es in den letzten Jahrzehnten auf diesem Gebiet mindestens 5 Verschärfungen, ohne dass sich zuvor am tatsächlichen Sexualverhalten der Menschen in diesem Land etwas geändert hätte.
Hier beziehst du dich auf die Veränderungen im Sexualstrafrecht, wobei selbst 5 Verschärfungen keine Änderungen im Sexualverhalten der Bevölkerung erbracht hätten.

Nein, zum letzen Mal: Nein! Ich habe gesagt, dass Gesetze verschärft wurden, ohne dass sich zuvor – also vor der Gesetzesverschärfung - das Sexualverhalten der Menschen geändert hätte.

Beispiel: Bis zum Jahr 1969 war der Sex mit Tieren verboten. Danach war das straffrei, ab 2013 ist es wieder verboten. Ich habe nirgendwo gelesen, dass es während der 44 Jahre, in denen Zoophilie straffrei war, eine Zunahme dieser Sexpraktik gegeben hätte. Trotzdem wurde Zoophilie wieder verboten. Warum? Weil sich das Moralempfinden der Bevölkerung wieder dem vor der Sexualrevolution nähert.

Beitrag 28 November 2014 01:14 
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